Vogelfutterpflanze Hirtentäschel

Das ist eine Pflanze, die mich schon als Kind fasziniert hat: Hirtentäschel heißt sie, da die herzförmigen Samenkapseln wie die Tasche eines Hirten aussehen sollen. Die Hirten hatten früher ähnlich aussehende Lederbeutel. Oft waren zwei Beutel mit einen Riemen in der Mitte verbunden. Der eine Beutel hing vorne, der zweite auf dem Rücken des Hirten, der Lederriemen zum Tragen über der Schulter. Ähnlich wie diese Beutel sehen die Schoten dieser Pflanze aus:

hirtentäschel5Mit etwas Phantasie zumindest!

Dabei muss ich allerdings zugeben, dass ich früher dachte, die “Hirtentaschen” sind die Blätter dieser Pflanze. Das stimmt aber nicht. Die Taschen entstehen aus den weißen Blüten heraus und enthalten den Samen der Pflanze. Daher sind sie auch so attraktiv für unsere Sittiche! Die Blätter hingegen bilden eine Rosette direkt über dem Boden.

Außer den Schoten, die die Pflanze unverwechselbar machen, ist sie eigentlich sehr unspektakulär bis unauffällig. Die Blüten sind wie gesagt weiß und ziemlich klein, sie sind am Stiel oben mittig in einem Blütenstand rundherum angeordnet und entwickeln sich dann nach unten weg zu den genannten Samenkapseln, den “Hirtentäscheln”.

HirtentäschelDie Pflanze wurde früher als Würzkraut verwendet und soll blutstillende Eigenschaften haben. Sie ist im ganzen mitteleuropäischen Raum verbreitet und wächst wie Unkraut, hauptsächlich auf Feld und Flur, an Wegrändern, Ödland, aber auch in Gärten. Hier bei mir in der Gegend gibt es eine ganze Anzahl an Stellen, wo ich sie sammeln kann. Es ist interessant zu beobachten, wenn irgendwo ein neuer Garten angelegt werden soll oder wenn irgendwo Bauarbeiten stattgefunden haben, ist das Hirtentäschelkraut oft die erste Pflanze, die wächst.

Die Sittiche fressen, wie gesagt, am liebsten die Samenkapseln, also die “Täschel”. Als es vor kurzem so heiß und trocken war, waren diese rundherum schon gelb. Sie platzen dann bei der kleinsten Berührung auf und das Sammeln macht wenig Sinn, da, bis man alles in der Voliere aufgehängt hat, die Taschen leer sind und die darin enthaltenen begehrte kleinen Samenkörnlein unterwegs verloren gegangen sind. Nun war das Wetter in den letzten Tagen wieder schlechter und die Pflanzen sehen wieder grüner aus. Da wachsen ständig wieder frische Blüten nach und es bilden sich neue Täschel. So lange diese grün bis rötlich sind, sind sie fest und gehen nicht von alleine auf. So lange sind sie zum Sammeln und Verfüttern super geeignet. Meine Vögel sind jedenfalls ganz scharf darauf!

Bourkesittich frisst HirtentäschelFoto: Bourkesittich am Hirtentäschel

Wenn man größere Mengen gesammelt hat, kann man die Pflanze auch als Sträußchen in einer Blumenvase einige Tage frisch halten.

Manchmal sind Blattläuse dran, die gebe ich dann einfach mit. Ich denke, so ein bisschen tierisches Eiweiß schadet den Sittichen nicht. Nur verpilzt sollten die Pflanzen nicht sein. Und natürlich nicht am Rand viel befahrener Straßen sammeln, wo sie auch gerne wachsen!

Auf dem nächsten Foto sehen wir, dass die Sittiche die ganzen “Täschel” weggefressen haben:

Bourkesittich HirtentäschelDer Rest der Pflanze wird von meinen Feinschmeckern meist verschmäht.

Wer vom nächsten Spaziergang etwas Hirtentäschelkraut mitbringt, macht seinen Sittichen damit garantiert eine Freude!

 

 

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