Was tun im Urlaub?

Sommerzeit – Ferienzeit, und auch so mancher Sittichhalter wird Urlaub haben. Was tun?

Viele Vogelhalter verbringen ihre Ferien zuhause und freuen sich daran, dass sie endlich mal genügend Zeit für Ihre Tiere haben. Dies gilt besonders für Menschen mit großen Gärten, bei denen die Sittiche in Außenvolieren wohnen. Es macht Spaß, bei einem Eis oder einem Bierchen an warmen Sommerabenden draußen zu sitzen und die Zwitscherlinge in den Volieren zu beobachten. Viele Züchter haben über den Sommer Nachwuchs und somit auch besonders viel zu tun.

1411211Foto: Vogelnachwuchs macht auch Arbeit (hier: Bourkesittiche)

Andere Vogelhalter möchten aber auch gerne mal wegfahren. Was tun mit den Vögeln?

Am besten ist es, wenn man jemanden hat, der für die Zeit der Abwesenheit die Vögel zu Hause, in ihrer gewohnen Umgebung, versorgen kann. Diese Person sollte zumindest einmal am Tag kommen, die Wasser- und Futternäpfe reinigen und frisch befüllen. Bei Vögeln, die auch viel Obst bekommen müssen, sollte jemand besser zweimal am Tag kommen, damit die Obstreste abends wieder entfernt werden können und nicht vor sich hin modern. Gerade bei großer Hitze wird Obst schnell unappetitlich und zieht auch Ungeziefer wie Fruchtfliegen an, die sich schnell zu einer richtigen Plage auswachsen können. Für eine kurze Zeit ist es aber auch möglich, Vögel, die Pellets oder Extrudate kennen, durch die Urlaubsvertretung lediglich mit diesen versorgen zu lassen. In Pellets und in Extrudaten sind alle wichtigen Vitamine enthalten, so dass es keine Mängel gibt, wenn die Ernährung in der Ferienzeit mal ein bisschen einseitiger ausfällt. Ich gebe meinen Sittichen daher das Jahr über immer mal wieder Pellets als Ergänzungsfutter und stelle sie kurz vor dem Urlaub allmählich auf diese Fütterung um. Dies hat auch den Vorteil, dass die Voliere während der Urlaubsabwesenheit nicht so stark verschmutzt. Man kann aber auch für eine Zeitlang statt Obst überwiegend Gemüse und Grünfutter reichen lassen, welches in der Regel nur vertrocknet und es so keine Probleme gibt, wenn es erst am nächsten Tag aus der Voliere entnommen wird (z. B. Radieschen, Broccoli, Karotte, Löwenzahn). Wellen-, Nymphen- und Bourkesittichen kann man in der Urlaubszeit schon mal eine “Wüstenzeit” vorgaugeln und diese auch mal drei bis vier Wochen ganz ohne Frischfutter ernähren. Bei Katharinasittichen und Laufsittichen (ZIegensittichen, Springsittichen) würde ich auf die Variante mit Gemüse und Grünfutter gehen, da diese Arten mehr frisches Futter benötigen.

Für Käfigvögel ist es gut, wenn sie bei einem Verbleiben in der gewohnten Umgebung auch weiterhin ihren Freiflug erhalten können. Wenn dieser unbeaufsichtigt erfolgt, muss das Zimmer, in dem sie fliegen dürfen, vogelsicher sein, also keine Gefahren wie Ritzen hinter Schränken, giftige Pflanzen, Elektrokabel, o.ä. aufweisen. Ist dies nicht möglich, macht ein Verbleiben im Käfig für einige Tage auch nichts aus. Längere Urlaube von mehr als einer Woche Dauer sollten dann aber nicht geplant werden.

Wenn es nicht möglich ist, die Vögel zu Hause versorgen zu lassen, kann man sie auch zu einer Urlaubsbetreuung bringen. Dort sollten sie am besten in der gewohnten Voliere betreut werden. Es empfielt sich dann aber, die Tiere für den Transport in einer Transportbox unterzubringen, zumal die Volieren in der heutigen Zeit glücklicherweise sehr groß sind und zum Transport meist auseinandergebaut werden müssen. Es ist aber auch möglich, im Pflege-Zuhause die Tiere eine Zeitlang in einer anderen (meist kleineren) Voliere unterzubringen. Gut ist, wenn die Vögel dort dann auch ihren gewohnten Freiflug in der Wohnung erhalten können.

IMG_2079Foto: Der Transport sollte stets in einer Transportbox erfolgen

Vorsicht ist geboten, wenn an der Pflegestelle andere Vögel untergebracht sind, denn so können leicht ansteckende Krankheiten übertragen werden. Es sollte vorher durch einen vogelkundigen Tierarzt abgecheckt werden, dass alle Beteiligten gesund sind!

Wenn man seine Sittiche gut versorgt weiß, kann man auch als Vogelhalter unbesorgt einige Zeit in Urlaub verbringen!

383Foto: Auch Vogelhalter können in Urlaub fahren

Eine Alternative, die ich bis jetzt noch nicht angesprochen habe, ist, die Vögel mit in Urlaub zu nehmen. Dies ist aber auch die riskanteste Variante und sollte gut überlegt werden. Hier ist das größte Problem die klimatische Veränderung. So muss schon mal aufgepasst werden, dass die Tiere während der Fahrt keinen Hitzschlag, aber auch keinen Zug bekommen. In einem unklimatisierten Auto im Sommer nach Süditalien zu fahren, überlebt wahrscheinlich kein Sittich.

Auch vor Ort im Urlaubsdomizil muss für eine vernünftige Unterbringung gesorgt sein.

624Foto: Wellensittich am Wohnmobil

Dazu gehört ein ausreichend großer Käfig oder Freiflugmöglichkeit (z. B. in einer Ferienwohnung) und der Schutz vor extremen klimatischen Bedingungen, z. B. direkte Sonneneinstrahlung oder Zugluft. Es sollte wirklich gut überlegt werden, ob man seinen Vögeln eine Urlaubsreise, die meist mit viel Stress für diese verbunden ist, wirklich zumuten sollte, oder ob nicht doch eine Betreuung zu Hause die bessere Wahl ist!

166Foto: Graupapagei auf dem Campingplatz

 

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