Warum Sittiche?

Ja, warum Sittiche als Haustiere, und keine Meerschweinchen, Hunde oder Katzen?

Natürlich sind auch Meerschweinchen, Hunde oder Katzen tolle Haustiere, wenn man ein Faible dafür hat. Ich habe selber lange Jahre Meerschweinchen gehabt, habe Katzen sowie einen Hund. Dennoch sind meine Sittiche für mich etwas ganz besonderes. Warum?

Das Vertrauen eines Vogels zu gewinnen, ist eine ganz besondere Herausforderung. Manche Vogelarten sind gar nicht oder kaum zähmbar. Bei Sittichen, zumindest bei den Arten, die ich auf dieser Internetseite näher vorstelle, kann dies gelingen. Wenn man einen “Draht” zu den Tieren bekommt. Das ist eine Sache, die Geduld, Liebe und Beharrlichkeit voraussetzt. Es ist eine Sache, die mich aufs Neue immer wieder fasziniert. Wenn ein Vogel zum ersten Mal auf meiner Hand landet.

Basilikum2Foto: Das Vertrauen eines Sittichs (hier: Springsittich) muss man sich erarbeiten

Man muss das mögen. Anderen sind vielleicht “schnelle Ergebnisse” lieber. Oder sie brauchen einen gewissen Kuschelfaktor, den man mit einem Vogel oft nie erreicht. Vögel sind keine Schmusetiere. Dennoch kann man eine enge Verbindung, ein Vertrauensverhältnis aufbauen.

Hinzu kommt, dass Sittiche, zumindest die hier vorgestellten, relativ pflegeleicht und recht problemlos in der Haltung sind, wenn man einige Grundvoraussetzungen einhalten kann (große Voliere, Platz zum Fliegen, gegengeschlechtliche arteigene Partnertiere, ausreichend Beschäftigung und eine artgerechte Ernährung). Sie machen zwar Schmutz, man kommt dem mit einem griffbereiten Staubsauber, einem feuchten Tuch und einer wöchentlichen Käfigreinigung jedoch ganz gut bei. Sie sind von der Lautstärke her erträglich (vor allem Bourkesittiche und Katharinasittiche sind ausgesprochen leise) und somit auch für Mietwohnungen geeignet. Sie sind, im Schwarm gehalten, einfach super interessant zu beobachten. Man kann sich sehr intensiv mit ihnen beschäftigen, für sie basteln, Pflanzen in der Natur suchen, etc., man kann sie aber auch über viele Stunden einfach sich selbst überlassen. Wenn sie zu mehreren sind, genug Platz haben, versorgt und beschäftigt sind, ist das gar kein Thema.

1606241Foto: Sittiche (hier Katharinasittiche) fühlen sich im Schwarm wohl und brauchen nicht dauernd Bespaßung durch Menschen

Und ja, ich gebe es zu, ich züchte gerne. Ich liebe es, kleine Tiere aufwachsen zu sehen und meinen Teil dazu beizutragen, dass sie gut und artgerecht aufgezogen werden und sich positiv entwickeln. Eine Schwierigkeit beim Züchten ist es, gute Plätze für die nachgezüchteten Tiere zu finden. Da dies um so schwieriger ist, je anspruchsvoller die Haltung ist, habe ich mit der Zucht von Großpapageien aufgehört. Die meisten Menschen haben völlig falsche Vorstellungen von der Papageienhaltung und sind nicht bereit, den Tieren geräumige Volieren oder Vogelzimmer und ein Partnertier zur Verfügung zu stellen, geschweige denn frische Luft und Sonnenlicht. Wer sich näher für die Papageienhaltung interessiert, kann hier sehr viel nachlesen. Hinzu kommt noch, dass sich viele Papageien ab einem bestimmten Alter nicht mehr im Schwarm halten lassen, sondern nur als Paar, weshalb man sehr viel Platz braucht, wenn man nachgezogene Tiere behalten möchte oder keinen geeigneten Käufer findet.

7kükenFoto: Junge Sittiche (hier Springsittiche) können viel Spaß machen, brauchen jedoch auch einiges an Wissen und Einsatz

Für Sittiche (und Sperlingspapageien) ist es erheblich einfacher, ein gutes Zuhause zu finden, und, da eine Schwarmhaltung bei vielen Arten möglich ist, kann ich die Nachkommen bei meiner Volierengröße auch bei mir behalten, wenn ich keine Abnehmer finde.

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