Warum Sittiche?

Ja, warum Sittiche als Haustiere, und keine Meerschweinchen, Hunde oder Katzen?

Natürlich sind auch Meerschweinchen, Hunde oder Katzen tolle Haustiere, wenn man ein Faible dafür hat. Ich habe selber lange Jahre Meerschweinchen gehabt, habe Katzen sowie einen Hund. Dennoch sind meine Sittiche für mich etwas ganz besonderes. Warum?

Das Vertrauen eines Vogels zu gewinnen, ist eine ganz besondere Herausforderung. Manche Vogelarten sind gar nicht oder kaum zähmbar. Bei Sittichen, zumindest bei den Arten, die ich auf dieser Internetseite näher vorstelle, kann dies gelingen. Wenn man einen “Draht” zu den Tieren bekommt. Das ist eine Sache, die Geduld, Liebe und Beharrlichkeit voraussetzt. Es ist eine Sache, die mich aufs Neue immer wieder fasziniert. Wenn ein Vogel zum ersten Mal auf meiner Hand landet.

Basilikum2Foto: Das Vertrauen eines Sittichs (hier: Springsittich) muss man sich erarbeiten

Man muss das mögen. Anderen sind vielleicht “schnelle Ergebnisse” lieber. Oder sie brauchen einen gewissen Kuschelfaktor, den man mit einem Vogel oft nie erreicht. Vögel sind keine Schmusetiere. Dennoch kann man eine enge Verbindung, ein Vertrauensverhältnis aufbauen.

Hinzu kommt, dass Sittiche, zumindest die hier vorgestellten, relativ pflegeleicht und recht problemlos in der Haltung sind, wenn man einige Grundvoraussetzungen einhalten kann (große Voliere, Platz zum Fliegen, gegengeschlechtliche arteigene Partnertiere, ausreichend Beschäftigung und eine artgerechte Ernährung). Sie machen zwar Schmutz, man kommt dem mit einem griffbereiten Staubsauber, einem feuchten Tuch und einer wöchentlichen Käfigreinigung jedoch ganz gut bei. Sie sind von der Lautstärke her erträglich (vor allem Bourkesittiche und Katharinasittiche sind ausgesprochen leise) und somit auch für Mietwohnungen geeignet. Sie sind, im Schwarm gehalten, einfach super interessant zu beobachten. Man kann sich sehr intensiv mit ihnen beschäftigen, für sie basteln, Pflanzen in der Natur suchen, etc., man kann sie aber auch über viele Stunden einfach sich selbst überlassen. Wenn sie zu mehreren sind, genug Platz haben, versorgt und beschäftigt sind, ist das gar kein Thema.

1606241Foto: Sittiche (hier Katharinasittiche) fühlen sich im Schwarm wohl und brauchen nicht dauernd Bespaßung durch Menschen

Und ja, ich gebe es zu, ich züchte gerne. Ich liebe es, kleine Tiere aufwachsen zu sehen und meinen Teil dazu beizutragen, dass sie gut und artgerecht aufgezogen werden und sich positiv entwickeln. Eine Schwierigkeit beim Züchten ist es, gute Plätze für die nachgezüchteten Tiere zu finden. Da dies um so schwieriger ist, je anspruchsvoller die Haltung ist, habe ich mit der Zucht von Großpapageien aufgehört. Die meisten Menschen haben völlig falsche Vorstellungen von der Papageienhaltung und sind nicht bereit, den Tieren geräumige Volieren oder Vogelzimmer und ein Partnertier zur Verfügung zu stellen, geschweige denn frische Luft und Sonnenlicht. Wer sich näher für die Papageienhaltung interessiert, kann hier sehr viel nachlesen. Hinzu kommt noch, dass sich viele Papageien ab einem bestimmten Alter nicht mehr im Schwarm halten lassen, sondern nur als Paar, weshalb man sehr viel Platz braucht, wenn man nachgezogene Tiere behalten möchte oder keinen geeigneten Käufer findet.

7kükenFoto: Junge Sittiche (hier Springsittiche) können viel Spaß machen, brauchen jedoch auch einiges an Wissen und Einsatz

Für Sittiche (und Sperlingspapageien) ist es erheblich einfacher, ein gutes Zuhause zu finden, und, da eine Schwarmhaltung bei vielen Arten möglich ist, kann ich die Nachkommen bei meiner Volierengröße auch bei mir behalten, wenn ich keine Abnehmer finde.

Apfelkerne für Sittiche?

Zum Verfüttern von Apfelkernen gibt es im Internet unterschiedliche Informationen. Manche Quellen besagen, Apfelkerne zu geben sei gefährlich, da diese Amygdalin oder Sambunigrin enthalten, jedenfalls eine Vorstufe der Blausäure. Dass Blausäure giftig ist, wissen die meisten.

Sind dann also auch Apfelkerne giftig?

Die Dosis macht das Gift, wie seinerzeit schon Paracelsus sagte. In Apfelkernen ist eine so geringe Menge an Blausäure, dass auch kleine Sittiche diese essen dürfen. Nur in welcher Menge?

Apfelkern1Foto: Springsittiche lieben Apfelkerne

Ich halte es so, dass ich halbe Äpfel am Stück verfüttere, samt Kernen. So viel Apfel wie die Vögel fressen, so viel Körner bekommen sie auch. Die wenigsten Sittiche können ja mehr als einen Apfel am Tag fressen. In dieser Menge waren die Kerne bei mir bislang immer harmlos. Da mein Springsittichhahn Apfelkerne so gerne frisst, gebe ich ihm ab und zu sogar zusätzlich noch 2 – 3 Kerne als Leckerchen. Er würde sicherlich auch noch einiges mehr unbeschadet überstehen, aber die Ernährung soll ja auch abwechslungsreich sein!

Doch nicht nur Gift soll in Apfelkernen enthalten sein, sondern durchaus auch gesunde Stoffe, wie Jod oder Vitamin B 17, was sogar helfen können soll, Krebs zu verhindern.

Apfelkern2Foto: Ist wohl noch ein Kern da?

Das gleiche gilt im Übrigen für Birnenkerne. Nur die Kerne vom sogenannten “Steinobst”, also Kirsch-, Pflaumen oder Aprikosenkerne, sollte man kleineren Sittichen nicht unbedingt anbieten, schon deswegen, weil sie aufgrund der Größe und Härte Schaden daran nehmen könnten.

Wie komme ich darauf, Apfelkerne zu geben, wo doch im Internet auf manchen Seiten davor gewarnt wird? In dem Buch “Die Ernährung der Papageien und Sittiche” steht zu lesen (S. 65, Kernobst), dass bei Äpfeln und Birnen die Kerne nicht entfernt werden müssen. In dem Buch “Obst, Gemüse und exotische Früchte für Papageien und Sittiche” schreibt Volker Würth (S. 18 ff, Apfel), dass Äpfel keine unverzehrbaren Teile enthalten. Da ich davon ausgehe, dass ein Buch zwar nicht fehlerlos sein muss, aber doch sicher besser recherchiert ist als so manche Internetseite, habe ich es gewagt und bislang nur positive Erfahrungen damit gemacht. Auch selbst esse ich hin und wieder einen Apfel im Ganzen. Wir leben hier in einem Jodmangelgebiet, da kann es vielleicht nicht schaden, sich ab und zu etwas Jod in Form von Apfelkernen zu gönnen.

Letztlich muss jeder selbst entscheiden, was er isst und was er seinen Vögeln anbietet. Ich habe jedenfalls bislang noch keine negativen Erfahrungen mit Apfelkernen gemacht.

Großputz in der Voliere

Wie oft reinige ich die Voliere meiner Sittiche? Werde ich gelegentlich gefragt.

Je nach Tätigkeit gibt es hier unterschiedliche Rhythmen. Die Obstreste werden jeden Tag weggeräumt und die entsprechenden Näpfe o.ä. gesäubert.

Auch das Wassergefäß wird jeden Tag beim Wechseln des Trinkwassers gereinigt.

Eine Grundreinigung der Voliere erfolgt, je nach Sittichart und Besatz, einmal in der Woche. Es gibt Sitticharten, bei denen muss man eher mehr putzen, das sind Katharinasittiche, die sehr große, voluminöse Kotmengen produzieren.

Sitzbrett schmutzigFoto: Das Sitzbrettchen der Katharinasittiche ist schnell stark verschmutzt

Auch z. B. nach dem Ausfliegen von Jungvögeln aus dem Nistkasten, also wenn gerade viele Vögel hier wohnen, muss öfter geputzt werden, als wenn ich nur die Elternpaare hier sitzen habe.

So alle drei bis vier Monate mache ich Großputz. Das heißt, ich tausche Sitzstangen aus und reinige Spielsachen, Schaukeln, etc. mit Wasser.

Baumschaukel schmutzigFoto: Die Baumschaukel wird mit der Zeit schmutzig

Das Gute am Kot von Sittichen und Papageien ist, dass dieser gut wasserlöslich ist. Das beste was man machen kann, ist somit, die zu reinigenden Gegenstände zunächst nass zu machen. Besonders erfolgreich ist heißes Wasser. Ein Putzmittel ist in der Regel nicht erforderlich. Lediglich ein bisschen reiben, zum Beispiel mit einem Schwamm oder einer Bürste, ist völlig ausreichend. Bei einigen Papageienvögeln (z. B. Sperlingspapageien) riecht der Kot etwas streng, da kann man durchaus ein mildes Mittel verwenden. Darauf achten sollte man allerdings, dass man Putzmittelreste wieder gründlich entfernt.

Die oben abgebildete Baumschaukel war innerhalb von nicht mal zwei Minuten schon fast ganz sauber:

Hier sehen wir das Ergebnis:

Baumschaukel sauberFoto: Die Baumschaukel wurde wie neu

Ganz klar, dass die Sittiche die gereinigte Schaukel erst einmal in Augenschein nehmen mussten!

Begutachtung SchaukelFoto: Die gereinigte Schaukel wurde für gut befunden!

Auch das Möblieren der Voliere mit neuen Ästen wird normalerweise erfreut registriert, denn frische Äste werden viel lieber benagt als alte, trockene.

155085Foto: Frische Äste sind beliebt

Die Äste dürfen, wie auf dem Foto oben, gerne auch belaubt sein, wenn es die Jahreszeit hergibt.

Die Vögel freuen sich über Abwechslung, also wenn nach dem Großputz die Voliere ein bisschen anders eingerichtet wird oder es neues Spielzeug gibt.

155081Foto: Die Augenring-Sperlingspapageien freuen sich über neues Spielzeug (Bezugsquelle, tolle Seite!)

Hygiene und Sauberkeit ist in der Vogelhaltung wichtig, damit sich keine Keime vermehren können und eventuell zu einem Übertragen von Krankheiten führen. Deshalb den Großputz nicht vergessen, von Zeit zu Zeit muss er einfach sein!

Das Innere einer Paprika

Es gibt Leckerchen und es gibt Super-Leckerchen. Die Super-Leckerchen sind meistens eher fetthaltig und ungesund, wie Sonnenblumenkerne, Nüsse oder Bisquit. Oder sie sind im Winterhalbjahr nicht zu haben, wie frische Gräser oder halbreife Ebereschen. Wie gut, wenn man etwas hat, was das ganze Jahr verfügbar ist, die Vögel darauf abfahren und es auch noch kalorienarm und gesund ist! Was ist das? Seht hier:

Paprika 5Foto: Das Innere einer Paprika

Genau, es sind die kleinen Kernchen, die sich im Inneren einer Paprika befinden, die den Springsittich hier so anziehen. Bei uns gab es gestern gefüllte Paprika, so dass ich von diesem, für uns Abfall, reichlich hatte. Und die Springsittiche fahren total darauf ab:

Paprika 1Während sie das Fruchtfleisch der Paprika gar nicht mal für so besonders lecker halten, lieben sie die Kerne um so mehr. Dabei macht es keinen Unterschied, ob es sich um normale Paprikas oder um Chillies handelt. Das Capsaicin, welches die Chilies scharf macht, wird vom Vogel nicht so empfunden. Vögel können Schärfe nicht schmecken, da ihnen die entsprechenden Rezeptoren auf der Zunge fehlen. Beim Verfüttern von scharfen Chillischoten braucht man daher, was die Sittiche anbelangt, keine Bedenken zu haben. Aufpassen sollte man allerdings auf sich selbst, nämlich dass man nach dem Anfassen der scharfen Schoten gleich die Finger wieder wäscht und sich nicht versehentlich z. B. ins Auge fasst. Denn das kann schmerzhaft werden!

Um kein Risiko bezüglich Schadstoffe einzugehen, kaufe ich am liebsten Bio-Paprika oder Bio-Chillischoten.

Selbst die (noch) nicht ganz so zahme Springsittichdame lässt sich mit Paprikakernen auf die Hand locken:

Paprika 2Ob Paprika-Kerne allerdings auch für eure Vögel das Super-Leckerchen darstellen, müsst ihr erst selbst probieren, denn das ist natürlich auch Geschmackssache!

 

 

Wie weit fahren für einen Vogel?

Bei den Suchanzeigen im Internet liest man hin und wieder: “Suche den und den Vogel, in einem Umkreis von soundsoviel km um die und die Stadt erfolgt Selbstabholung”, oder so ähnlich.

Da staune ich manchmal, wie weit Leute bereit sind, für einen kleinen Vogel zu fahren. Auch ich habe schon weite Wege zurückgelegt, insbesondere dann, wenn es darum ging, einen Partnervogel für z. B. ein verwitwetes Tier herzuholen.

1412025Foto: Für ein Partnertier muss man manchmal weit fahren (hier: Bourkesittiche)

Mittlerweile gibt es ja Tierspeditionen, die für 35 bis 45 Euro innerhalb Deutschland über Nacht die gewünschten Vögel transportieren. Auch diesen Service habe ich schon in Anspruch genommen und es hat in der Regel immer ganz gut funktioniert. Natürlich ist der Stress für die Tiere größer, da sie über Nacht unterwegs sind. Aber in einer ordentlichen Transportbox, mit Körnerfutter und etwas Obst oder Gurke versorgt, geht auch das vorbei.

Transportkiste1Foto: Sperlingspapageien in stabiler Transportkiste

Auch viele Mitfahrzentralen bieten die Möglichkeit eines Kleintiertransportes. Da sind die Tiere dann im Laufe eines Tages da und müssen nicht über Nacht transportiert werden. Es ist aber manchmal mühselig und dauert etwas, bis man eine Mitfahrgelegenheit für seine gewünschte Strecke findet.

Außerdem ist es mir wichtig, zu sehen, wo die Vögel, die ich kaufe, herkommen. Oder dass ich mir ein Tier selbst aus einem Schwarm bei einem Züchter aussuchen kann. Dies ist nur möglich, wenn man selbst fährt. Wellensittiche oder Nymphensittiche bekommt man heutzutage bald an jeder Ecke, für Katharinasittiche, Bourke- oder Springsittiche allerdings muss man oft doch noch eine gute Strecke fahren. Ich nehme das für ein gesundes Tier und einen möglichst stressfreien Transport gerne auf mich.

IMG_2079Foto: Transportbox für Vögel, hier Wellensittiche

Übrigens darf man als Sittichhalter vor längeren Fahrten sowieso nicht zurückschrecken, da auch die vogelkundigen Tierärzte nicht gerade reich gesät sind. So kann es sein, dass man im Krankheitsfall viele Kilometer weit fahren muss, um zu einem kompetenten vogelkundigen Tierarzt zu gelangen.

 

Nutri Berries

Ich bin ja immer auf der Suche, wie ich Vitamine in meine Sittiche rein kriege. Es gibt gute Vitaminpräparate in Pulverform, zum Beispiel Korvimin oder Prime. Leider fressen manche meiner Vögel das Obst nicht mehr, wenn es mit einem dieser Pulver eingestäubt wurde. Auf dem Körnerfutter hingegen haftet das Vitaminpulver schlecht.

Präparate fürs Trinkwasser finde ich schwierig zu dosieren. Die meisten Eifutter sind gut vitaminisiert, möchte ich aber nicht zu oft geben, um keinen Bruttrieb auszulösen. Pellets sind ja auch mit allen notwendigen Vitaminen in der richtigen Dosis versehen. Aber auch diese werden von manchen meiner Vögel abgelehnt. Die Springsittiche beispielsweise gehen überhaupt nicht an Pellets.

Nun habe ich allerdings doch etwas entdeckt, was ihnen schmeckt, und was wie Pellets mit den notwendigen Vitaminen in ausgewogener Dosierung versehen ist: Nutry Berries.

Nutri-BerryFoto: Meine Springsittiche lieben Nutry Berries

Dies sind kleine Kügelchen, die aus verschiedenen Bestandteilen zusammengesetzt sind: Entspelzte Körner, Pellets, Trockenobst, etc. Sie sind mit Vitaminen, Mineralstoffen, Aminosäuren, Omega 3 und Omega 6-Fettsäuren versehen und können sogar als Alleinfutter gegeben werden. Es gibt sie in verschiedenen Größen, also sowohl für große Papageien als auch für kleinere Sittiche. Außerdem noch in verschiedenen Geschmacksrichtungen (classic, Sunny Orchard, Tropical Fruit). Bei den verschiedenen Sorten variiert auch die Zusammensetzung ein bisschen.

Nutry Berry 5Foto: Nutri-Berries

Was ich an den Nutri Berries besonders toll finde ist, dass die Vögel damit auch eine ganze Weile beschäftigt sind. Dies ist bei “normalen” Pellets eher nicht der Fall. Auch werden die Nutri Berries von den meisten Sittichen und auch Papageien auf Anhieb gerne gefressen.

Nutry Berry 4Foto: Meine Springsittiche lieben Nutri Berries

Um den Beschäftigungsaspekt noch ein bisschen weiter auszubauen, biete ich die Nutri-Berries auch gerne in einer Plastikkugel an. Diese hat ovale Löcher, in die die Vögel mit ihrem Schnabel kommen und sich das Futter erarbeiten müssen. Die Kugel wird als “Foraging Ball” oder “Futterball” für Sittiche und Papageien im Handel angeboten.

Nutry Berry2Foto: Springsittich am Futterball

Hier habe ich eine kurze Videosequenz dazu (Leider mag der Vogel die Kamera nicht und hat sich stören lassen…):

Aber auch mit einem rollenden Nutri Berry auf einer Tischplatte kann ein Vogel viel Spaß haben und eine ganze Weile beschäftigt sein. Hier sieht man auch ganz gut den “Handeinsatz” des Springsittichs (ab Sekunde 35):

Ihr seht, Nutri Berries sind sehr vielseitig: Vitamine, Naschen und etwas zum Spielen ;-)

Natürlich sollen sie nicht eine ausgewogene Ernährung mit viel Obst, Gemüse, Grünfutter und Wildpflanzen ersetzen. Aber es gibt immer mal wieder Zeiten im Leben eines Sittichs, wo der Vitaminbedarf besonders hoch ist (Mauser, Jungenaufzucht), oder wo das Füttern mal schnell gehen muss. Für soche Zeiten finde ich Nutri Berries super geeignet. Und nein, ich kriege keine Provision von der Firma, und verlinke nun auch keinen Shop, wo man die kleinen Kugeln bestellen kann. Das findet sicherlich jeder bei Bedarf selbst raus… :D

Und nein, nicht jeder Sittich mag Nutri Berries. Ich konnte sie bislang erfolgreich bei Nymphensittichen und, wie gesagt, den Springsittichen anbringen. Aber ein Versuch ist es auf jeden Fall wert!

Nutry-Berry3Foto: Vicky liebt Nutri Berries

Nachtrag: Nun habe ich doch noch einen schönen Film gedreht mit zwei Springsittichen am Futterball:

Bei den schlauen Springern ist der Futterball ganz schnell keine so riesen Herausforderung mehr… Aber ein bisschen Beschäftigungspotenzial bietet diese Fütterungsweise dann doch, im Gegensatz zum Anbieten von Körnern aus einem Napf, oder?

Hagebuttenzeit

Nun sind die meisten Rosen verblüht und in vielen Gärten gibt es leckere Hagebutten zu ernten. Meine Sittiche fressen am liebsten die großen, dicken. Aber auch die kleineren, schmäleren, kann man unbesorgt anbieten.

HagebuttenFoto: Die dickfleischigen Hagebutten sind bei meinen Sittichen besonders beliebt

Ich mache die Hagebutten für die Vögel verzehrfertig, indem ich sie von den Strünken befreie:

Hagebutten2Dann schneide ich sie ein bisschen klein. Wie klein man sie schneiden muss, muss man testen.

Hagebutten3Foto: Klein geschnittene Hagebutten

Manche Vögel beißen gerne an einer Hälfte herunter. Andere fressen eh nur die Kerne heraus. Wieder andere, wie meine Springsittiche, nehmen gerne ein kleines Scheibchen in den Fuß und fressen dann genüsslich.

Lillie2Foto: Springsittiche nehmen ihr Fressen gerne in den Fuß

Hagebutten sind sehr gesund. Neben viel Vitamin C erhalten sie auch Antioxidantien, die Vitamine B und K sowie viele Mineralstoffe. Auch für uns Menschen sind Hagebutten roh essbar, die Kerne sollte man dann allerdings entfernen. Wer sie nicht roh essen möchte, kann sie auch als Tee oder als Marmelade zubereiten. So viele haben wir allerdings nicht im Garten, unsere gehen alle für die Fütterung der Vögel drauf!

 

Mais-Nachlese

Früher gab es den Brauch der “Nachlese”, das heißt, ärmere Bevölkerungsschichten durften die Felder, nachdem sie abgeerntet waren, betreten und nach Resten suchen. Interessant zum Beispiel bei Kartoffeln, Getreide, Mais, Rüben, aber auch Obst wie Trauben oder Äpfeln. In manchen schwäbischen Regionen hieß dieser Brauch “afterbergen”, im Nordbadischen und in der Pfalz sagt man “stoppeln”.

MaisfeldFoto: Abgeerntetes Maisfeld

Heute ist es ja nicht mehr so ohne weiteres erlaubt, fremde Grundstücke zu betreten. Aber die meisten Bauern haben nichts dagegen, wenn man nach der Ernte eine kleine Nachsuche betreibt. Wer sich nicht sicher ist, kann ja den jeweiligen Bauern einfach fragen.

So habe ich mir heute ein abgeerntetes Maisfeld genauer angesehen und tatsächlich noch den einen oder anderen Kolben gefunden.

MaiskolbenFoto: Manchmal lassen sich noch Maiskolben finden

Ich packe die Kolben immer gleich vor Ort aus und schaue sie mir genau an, um zu verhindern, dass ich schimmelige oder schlechte Kolben mit nach Hause trage. Je länger die Kolben bereits abgeerntet sind, desto größer natürlich die Gefahr, dass sie bereits gammeln. Oftmals findet man aber auch in häßlichen, dürren oder braunen Blättern noch wunderschöne Kolben.

Maiskolben ausgepacktFoto: Mit etwas Glück findet man schöne, saubere Kolben

Zu Hause wasche ich die Maiskolben dann gründlich ab, bevor ich sie meinen Vögeln anbiete. Je nach Reifestadium sind die Maiskörner härter oder weniger hart. Je nach Härtegrad eignen sie sich als Futter für verschiedene Sitticharten. Je größer der Schnabel, desto härter darf der Mais sein, so mal als groben Anhaltspunkt. Weiche Maiskörner werden auch von Wellensittichen oder Bourkesittichen gerne gefressen.

Zuckermais1Foto: Bourkesittich am Mais

Nymphensittiche oder Ziegensittiche werden auch mit härteren Körnern gut fertig. Richtig reifer, gut durchgetrockneter Mais wird allerdings nur von den Schnäbeln größerer Papageienvögel richtig zerlegt.

Wenn ich nicht sicher bin, ob der Mais für meine Sittiche noch geeignet ist, hänge ich ihn einfach in die Voliere und warte ab, was passiert. Schlimmstenfalls wird der Mais halt ignoriert. Oder eben zerstört, geschreddert. Und bietet so dann immerhin reichlich Beschäftigung für die Vögel.

Mais fressenFoto: Springsittich versucht sich am Maiskolben

Wer keine Lust hat, fremde Felder abzusuchen, wird bestimmt auch im Supermarkt fündig: Dort gibt es momentan ab und zu frischen Zuckermais. Dieser ist dann meistens noch so weich, dass er für alle Sitticharten gut in Frage kommt und oft auch gerne angenommen wird.

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Foto: Wellensittiche fressen Zuckermais aus dem Supermarkt

Mehr über Zuckermais gibt es hier nachzulesen. Auch eine Mais-Nachlese… :-)

Sperlingspapageien

Sperlingspapageien im Sittichschwarm? Wie kommt das?

Normalerweise haben Papageien in einem Sittichschwarm nichts verloren. Das könnte Mord und Totschlag geben! Eine Ausnahme gibt es allerdings bei den Sperlingspapageien, das sind die Augenring-Sperlingspapageien. Und nur diese! Blaugenick-Sperlingspapageien, die weitaus häufiger vorkommen, sind wesentlich aggressiver und sollten nur paarweise oder in großen Volieren im arteigenen Schwarm gehalten werden.

Augenring-Sperlingspapageien hingegen sind wesentlich friedlicher und lassen sich mit anderen friedlichen Vögeln, zumindest außerhalb der Brutzeit und wenn genügend Platz da ist, gut vergesellschaften.

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Foto: Augenring-Sperlingspapagei (rechts) und Bourkesittiche

Für eine Haltung im Schwarm mit australischen Sittichen wie Wellis, Bourkies oder Nymphen spricht auch, dass sie ganz ähnlich ernährt werden müssen.

Augenring-Papageien sind recht ruhige Tiere, die aber nicht unbedingt zahm werden.

1513013Foto: Sperlingspapageien klettern gerne

Durch die geringe Größe kann man sie gut auch in einer kleineren Wohnung halten. Zudem sind sie relativ leise, von der Lautstärke her in etwa so wie Wellensittiche, mit dem Unterschied, dass sie nicht wie diese den ganzen Tag am “brabbeln” sind, sondern auch mal längere ruhige Phasen haben.

Wer die Tiere tatsächlich im Sittichschwarm, im arteigenen Schwarm oder zusammen mit anderen friedlichen Vögeln halten möchte, benötigt eine große Voliere von mindestens 3 m Länge, so dass gewährleistet ist, dass sich die Tiere, insbesondere die verschiedenen Gattungen, aus dem Weg gehen können und jede ihr Rückzugsgebiet finden kann. Es sollte auch die Möglichkeit bestehen, die Tiere im Notfall zu trennen.

Wer nur ein Pärchen Sperlingspapageien halten möchte, kann dies in einem Käfig ab 1 m Länge tun. Die Tiere brauchen dann allerdings mehrere Stunden Freiflug am Tag.

004Foto: In großen Volieren auch Schwarmhaltung möglich – Augenring-Sperlingspapageien

Augenring-Sperlingspapageien gibt es nur in grün. Bei “bunten” Sperlingspapageien handelt es sich in der Regel um Blaugenick-Sperlingspapageien.

süßesperlis2Foto: Blaunacken

Diese sind in der Regel aktiver und neugieriger, aber auch deutlich aggressiver als Augenring-Sperlingspapageien und daher nicht in einen Sittichschwarm zu integrieren. Meist wird bei Blaunacken eine reine Paarhaltung empfohlen. Wer mehr über die Haltung von Sperlingspapageien erfahren möchte, sollte mal zum papageien-blog surfen!

So muss bei einer Haltung von Sperlingspapageien z. B. auch bedacht werden, dass diese nicht “frostfest” sind. Die Temperaturen in der Voliere sollte nicht unter 15 Grad abfallen. Von daher ist eine Haltung in reinen Außenvolieren nicht möglich.

 

Faszination Springsittiche

Was ist das Faszinierende an Springsittichen? Was macht sie so besonders?

Das ist in erster Linie ihr Wesen. Sie sind so offen und furchtlos, so schlau und neugierig.

zahm3Foto: Die mutigen Springsittiche werden schnell zutraulich

Viele kommen nach einer Weile von sich aus auf den Menschen zu und verstehen ganz genau, was um sie herum vorgeht. Es ist leicht, mit ihnen in Interaktion zu treten, z.B. beim Clickertraining, aber auch einfach so im Alltag.

AroniabFoto: Springsittiche sind neugierig und mutig

Es sind die Sittiche, die meiner Meinung nach mit am “papageientypischsten” sind, wenn man sie mit Großpapageien wie Graupapageien, Aras oder Amazonen vergleicht. Sie lernen zwar eher selten das Sprechen, dennoch kann man Möglichkeiten finden, sich mit ihnen zu verständigen. Sie scheinen zumindest alles sehr schnell zu verstehen, vor allem, wenn es darum geht, etwas zu tun um dafür Leckerchen zu bekommen…

zutraulich (2)Foto: Wenn es um ein Leckerchen geht, lässt sich ein Springsittich nicht so schnell abschütteln…

Auch sonst ist das Verhalten dem der größeren Verwandten sehr ähnlich, indem sie zum Beispiel häufig ihren Fuß einsetzen, um Dinge zu greifen. So halten sie Beeren etc. zum Fressen stets in der Hand, wie die größeren Papageienarten. Dies ist bei den wenigsten Sitticharten dieser Größe so zu beobachten.

Lillie1Foto: Springsittiche nehmen Dinge zum Fressen mit dem Fuß auf

Gelegentlich wird behauptet, sie “scharren beim Fressen wie Hühner”. Tatsächlich ist es aber kein planloses Scharren, sondern wie ich finde auch ein Handeinsatz zum besseren Begutachten und sortieren der Körner, um sich die begehrtesten Brocken besser herauspicken zu können. Auch schlau!

Kürzlich habe ich mit einer Springsittichhalterin gesprochen, die früher Amazonen hatte. Und sie ist so begeistert von diesen kleinen Kerlchen, die ihrer Meinung nach von der Intelligenz her den großen Grünen um nichts nachstehen, auch wenn sie nicht so nachahmungsbegabt sind wie diese. Dafür seien sie dem Menschen gegenüber sehr viel mehr aufgeschlossen und daran interessiert, mit diesem in Interaktion zu treten. Auch dann, wenn es sich um Tiere aus Naturbrut und nicht um Handaufzuchten handelt.

zahmer SpringerFoto: Springsittiche treten mit uns in Interaktion

Meiner Meinung nach haben Springsittiche auch eine für Sittiche ausgesprochen große Gefühlspalette. Dass sie sich ärgern können, wird sicherlich niemand abstreiten, denn sie verstehen es, ihrem Ärger wunderbar mit deutlichem Gemecker Luft zu machen. Wenn man ihnen ein Spielzeug wegnimmt, sie nicht rausdürfen, sie keine Aufmerksamkeit bekommen, oder, oder. Wie die kleinen Kinder!

Aber auch Trauer ist zu beobachten, wenn ein Partnertier stirbt, oder Freude, wenn etwas gelungen ist. Sie können beleidigt sein und uns die kalte Schulter zeigen, wenn ihnen etwas gegen den Strich ging. Oder sie zeigen Interesse, Neugierde, Zuneigung. Hartnäckigkeit, Nachdenklichkeit, Angriffslust, Langeweile. Abneigung, Angst, Eifersucht. Die Gefühlspalette ist sehr differenziert.

Auch ein Lernen können wir feststellen, und zwar sowohl aus “Versuch und Irrtum”, z. B. bei Intelligenzspielzeugen und beim Clickertraining, aber auch ein Lernen aus Beobachtung, indem man z. B. nachahmt, womit der Vogelpartner Erfolg hat. Und dies ist etwas, was schon auf eine höhere Intelligenzstufe schließen lässt.

TaubenkuchenFoto: Springsittiche müssen alles untersuchen

Zu der Auffassung, dass Springsittiche ähnlich intelligent wie zweijährige menschliche Kinder sind, kam auch die Wissenschaftlerin Mildred Funk, die sich 1996 mit der Erforschung des Verhaltens, insbesondere der Problemlösefähigkeit, der Springsittiche beschäftigte. Die Tests ergaben, dass Springsittiche tatsächlich in der Lage sind, Denkleistungen zu vollbringen und kausale Zusammenhänge zu verstehen. Für mich keine Überraschung – ich erlebe das jeden Tag!

frech3Foto: Springsittiche begreifen schnell, was zu tun ist, um an die Leckerchen zu kommen!

Wer sich näher mit diesen Forschungen beschäftigen möchte, kann hier oder hier auf Englisch noch ein bisschen was dazu nachlesen. Veröffentlicht wurden die Forschungsergebnisse im Animal Learning & Behavior, Volume 24, Nr. 4 1996, S. 375 – 383 und im Animal Cognition, Volume 5, Nr. 3, 2002, s. 167 – 176. Auf Deutsch steht ein bisschen was hierzu bei Wikipedia.

Ich hätte die Springsittiche von der Intelligenz her jetzt nicht unbedingt mit Kindern gleich gesetzt, sondern eher mit größeren Papageien wie Graupapageien oder Amazonen, mit denen sie durchaus mithalten können, was die Denkleistungen betrifft. Jedenfalls ist es aber interessant, dass meine eigenen Beobachtungen über die Intelligenz dieser Vögel tatsächlich wissenschaftlich untermauert wurden. Sonst heißt es ja immer schnell, man interpretiert etwas in die eigenen Haustiere hinein oder vermenschlicht ihr Verhalten. Springsittiche sind Springsittiche, sicher keine Menschen oder kleine Kinder, aber es sind doch echte Gegenüber, mit denen man in Interaktion treten kann.

zamwFoto: Springsittiche sind echte Gegenüber

Die man ernst nehmen und respektieren sollte und nicht nur als “kleine Clowns” oder “lustige Kobolde” abqualifizieren sollte, wie es manchmal auf diversen Vogelseiten der Fall ist. Natürlich ist es lustig, was sie alles so treiben. Aber sie sind nicht nur dazu da, uns zu unterhalten, sondern wir sind zunächst einmal dazu da, ihre Bedürfnisse zu erfüllen, wenn wir diese Vögel halten. Gerade bei den intelligenten Springsittichen ist z. B. eine anregende Umgebung und viel Beschäftigungsmaterial immens wichtig, um den Tieren gerecht werden zu können. Dessen sollte sich jeder Halter bewusst sein!

FreiflugFoto: Springsittiche brauchen viel Platz und Beschäftigungsmaterial

Bevor man sich also diese intelligenten Vögel anschafft, sollte man sich daher gründlich über die Haltung informieren, damit man diesen Tieren auch gerecht werden kann!

Weitere Informationen speziell zum Springsittich gibt es hier.

Und hier geht es zu unseren  allgemeine Haltungsseiten.