Felsenbirne für Sittiche

In unserem Garten haben wir ein paar Felsenbirnen-Sträucher (Amelanchier). Die kleinen Früchte sind jetzt am Reifen und bei mir kam die Frage auf, ob diese an die Sittiche verfüttert werden dürfen.

Felsenbirne Garten2Foto: Felsenbirnen-Strauch im Garten

Das sollte kein Problem sein, dachte ich, nachdem im Internet vielerorts zu lesen steht, dass die Früchte sogar für Menschen ungiftig sind und sowohl roh als auch z. B. zu Marmelade verarbeitet gegessen werden können und sehr vitaminreich sind. Auch die heimischen Vögel bedienen sich daran.

Googelt man jedoch nach “Felsenbirne für Sittiche” oder ähnlichen Suchbegriffen, kommt auch sehr viel gegensätzliches. Blätter und Rinde seien schwach giftig, heißt es da zum Teil. Nun ja, das stört mich weniger, dann gebe ich eben nur die Beerchen. Aber: Auch die Kerne seien giftig, las ich irgendwo. Den heimischen Vögeln mache dies nichts, da diese die Körnchen unverdaut ausscheiden, Sittiche jedoch, die die Körner auch knacken können, sollten nur wenig davon erhalten.

In dem wertvollen Buch “Vogelfutterpflanzen”, wo viele Wildpflanzen beschrieben werden, findet man die Felsenbirne leider nicht. Ist es also doch keine Vogelfutterpflanze für unsere Sittiche und Papageien?

Ich habe mich mal umgehört und festgestellt, dass sehr viele Sittich- und Papageienhalter Felsenbirne füttern oder manche sogar das belaubte Gehölz als Knabberholz anbieten. Ich habe daher meinen Katharinasittichen, die im allgemeinen recht scharf auf Beerenfrüchte sind, auch mal ein Ästchen angeboten.

Felsenbirne2Foto: Die Felsenbirne wird neugierig beäugt

Schnell sind die Sittiche auf den Geschmack gekommen und haben die Beeren restlos abgefressen. Für die Blätter und die Äste / Rinde hat sich allerdings niemand interessiert. Die Beeren wurden wunderbar vertragen, so wie es auch von den anderen Vogelzüchtern vorausgesagt worden war. Seitdem erhalten meine Katharinasittiche hin und wieder ein Ästchen Felsenbirnen und dürfen sich die Beeren abzupfen.

Felsenbirne 4So sind sie beschäftigt und erhalten gleichzeitig frisches, vitaminreiches Obst. Es werden sowohl die unreifen als auch die reifen Beeren gerne genommen.

FelsenbirneFoto: Auch viele Wellis und Nymphen lieben die Beeren der Felsenbirne

Wer seine Vögel abwechslungsreich ernähren möchte, kann daher gerne immer mal wieder einen Ast mit Beeren der Felsenbirne in die Voliere hängen. Die Sittiche werden sich darüber freuen!

Was tun im Urlaub?

Sommerzeit – Ferienzeit, und auch so mancher Sittichhalter wird Urlaub haben. Was tun?

Viele Vogelhalter verbringen ihre Ferien zuhause und freuen sich daran, dass sie endlich mal genügend Zeit für Ihre Tiere haben. Dies gilt besonders für Menschen mit großen Gärten, bei denen die Sittiche in Außenvolieren wohnen. Es macht Spaß, bei einem Eis oder einem Bierchen an warmen Sommerabenden draußen zu sitzen und die Zwitscherlinge in den Volieren zu beobachten. Viele Züchter haben über den Sommer Nachwuchs und somit auch besonders viel zu tun.

1411211Foto: Vogelnachwuchs macht auch Arbeit (hier: Bourkesittiche)

Andere Vogelhalter möchten aber auch gerne mal wegfahren. Was tun mit den Vögeln?

Am besten ist es, wenn man jemanden hat, der für die Zeit der Abwesenheit die Vögel zu Hause, in ihrer gewohnen Umgebung, versorgen kann. Diese Person sollte zumindest einmal am Tag kommen, die Wasser- und Futternäpfe reinigen und frisch befüllen. Bei Vögeln, die auch viel Obst bekommen müssen, sollte jemand besser zweimal am Tag kommen, damit die Obstreste abends wieder entfernt werden können und nicht vor sich hin modern. Gerade bei großer Hitze wird Obst schnell unappetitlich und zieht auch Ungeziefer wie Fruchtfliegen an, die sich schnell zu einer richtigen Plage auswachsen können. Für eine kurze Zeit ist es aber auch möglich, Vögel, die Pellets oder Extrudate kennen, durch die Urlaubsvertretung lediglich mit diesen versorgen zu lassen. In Pellets und in Extrudaten sind alle wichtigen Vitamine enthalten, so dass es keine Mängel gibt, wenn die Ernährung in der Ferienzeit mal ein bisschen einseitiger ausfällt. Ich gebe meinen Sittichen daher das Jahr über immer mal wieder Pellets als Ergänzungsfutter und stelle sie kurz vor dem Urlaub allmählich auf diese Fütterung um. Dies hat auch den Vorteil, dass die Voliere während der Urlaubsabwesenheit nicht so stark verschmutzt. Man kann aber auch für eine Zeitlang statt Obst überwiegend Gemüse und Grünfutter reichen lassen, welches in der Regel nur vertrocknet und es so keine Probleme gibt, wenn es erst am nächsten Tag aus der Voliere entnommen wird (z. B. Radieschen, Broccoli, Karotte, Löwenzahn). Wellen-, Nymphen- und Bourkesittichen kann man in der Urlaubszeit schon mal eine “Wüstenzeit” vorgaugeln und diese auch mal drei bis vier Wochen ganz ohne Frischfutter ernähren. Bei Katharinasittichen und Laufsittichen (ZIegensittichen, Springsittichen) würde ich auf die Variante mit Gemüse und Grünfutter gehen, da diese Arten mehr frisches Futter benötigen.

Für Käfigvögel ist es gut, wenn sie bei einem Verbleiben in der gewohnten Umgebung auch weiterhin ihren Freiflug erhalten können. Wenn dieser unbeaufsichtigt erfolgt, muss das Zimmer, in dem sie fliegen dürfen, vogelsicher sein, also keine Gefahren wie Ritzen hinter Schränken, giftige Pflanzen, Elektrokabel, o.ä. aufweisen. Ist dies nicht möglich, macht ein Verbleiben im Käfig für einige Tage auch nichts aus. Längere Urlaube von mehr als einer Woche Dauer sollten dann aber nicht geplant werden.

Wenn es nicht möglich ist, die Vögel zu Hause versorgen zu lassen, kann man sie auch zu einer Urlaubsbetreuung bringen. Dort sollten sie am besten in der gewohnten Voliere betreut werden. Es empfielt sich dann aber, die Tiere für den Transport in einer Transportbox unterzubringen, zumal die Volieren in der heutigen Zeit glücklicherweise sehr groß sind und zum Transport meist auseinandergebaut werden müssen. Es ist aber auch möglich, im Pflege-Zuhause die Tiere eine Zeitlang in einer anderen (meist kleineren) Voliere unterzubringen. Gut ist, wenn die Vögel dort dann auch ihren gewohnten Freiflug in der Wohnung erhalten können.

IMG_2079Foto: Der Transport sollte stets in einer Transportbox erfolgen

Vorsicht ist geboten, wenn an der Pflegestelle andere Vögel untergebracht sind, denn so können leicht ansteckende Krankheiten übertragen werden. Es sollte vorher durch einen vogelkundigen Tierarzt abgecheckt werden, dass alle Beteiligten gesund sind!

Wenn man seine Sittiche gut versorgt weiß, kann man auch als Vogelhalter unbesorgt einige Zeit in Urlaub verbringen!

383Foto: Auch Vogelhalter können in Urlaub fahren

Eine Alternative, die ich bis jetzt noch nicht angesprochen habe, ist, die Vögel mit in Urlaub zu nehmen. Dies ist aber auch die riskanteste Variante und sollte gut überlegt werden. Hier ist das größte Problem die klimatische Veränderung. So muss schon mal aufgepasst werden, dass die Tiere während der Fahrt keinen Hitzschlag, aber auch keinen Zug bekommen. In einem unklimatisierten Auto im Sommer nach Süditalien zu fahren, überlebt wahrscheinlich kein Sittich.

Auch vor Ort im Urlaubsdomizil muss für eine vernünftige Unterbringung gesorgt sein.

624Foto: Wellensittich am Wohnmobil

Dazu gehört ein ausreichend großer Käfig oder Freiflugmöglichkeit (z. B. in einer Ferienwohnung) und der Schutz vor extremen klimatischen Bedingungen, z. B. direkte Sonneneinstrahlung oder Zugluft. Es sollte wirklich gut überlegt werden, ob man seinen Vögeln eine Urlaubsreise, die meist mit viel Stress für diese verbunden ist, wirklich zumuten sollte, oder ob nicht doch eine Betreuung zu Hause die bessere Wahl ist!

166Foto: Graupapagei auf dem Campingplatz

 

Sperlingspapageien oder Katharinasittiche?

Sperlingspapageien und Katharinasittiche sind sich rein optisch recht ähnlich, so dass an einer Vogelhaltung Interessierte, denen diese Vögel vom Aussehen her gefallen, oftmals schwanken, für welche der beiden Papageienarten sie sich entscheiden sollen. Da diese Vögel außer der Optik wenig gemeinsam haben, möchte ich hier eine kleine Gegenüberstellung machen, die zur Entscheidungsfindung dienen kann.

Der größte charakterliche Unterschied ist, dass Sperlingspapageien (insbesondere Blaugenicksperlingspapageien, die in der Haustierhaltung überwiegend vorkommen) sehr streitsüchtig sind und auch schnell mal aggressiv werden, während Katharinasittiche sehr friedliche Tiere sind. Kathies lassen sich daher sehr gut in einem Schwarm halten, sogar eine Koloniebrut ist möglich. Eine Vergesellschaftung von Katharinasittichen miteinander ist im Normalfall keine große Sache, wenn man es nicht überstürzt.

Kathar2Foto: Katharinasittiche im Schwarm

Anders bei Sperlingspapageien. Diese hält man am besten als Paar, da bei zwei Paaren miteinander meistens die Fetzen fliegen, was bis zu schwersten Verletzungen bei einzelnen Tieren führen kann. Hat man drei Paare und eine genügend große Voliere (ab 2 qm Grundfläche), kann es dann wieder gut gehen, da sich die Aggressionen besser auf die verschiedenen Tiere verteilen. Gute Beobachtung ist jedoch stets erforderlich, um die Tiere im Ernstfall trennen zu können. Dies kann insbesondere dann passieren, wenn welche brutlustig werden.

IMG_1426Foto: Blaugenick-Sperlingspapageien

Auch ist die Vergesellschaftung von Sperlingspapageien nicht immer ganz einfach. Selbst wenn bei einem Paar ein Partner stirbt und man dem Hinterbliebenen ein neues Tier zugesellen will, geht dies nicht unbedingt auf Anhieb gut. Die Vögel sind sehr wählerisch. Kommen bisherige Paare mit anderen Sperlis in Kontakt, zum Beispiel bei der Aufstockung zu einem Schwarm, s.o., kann es sein, dass Umverpartnerungen stattfinden, da der erste, mehr oder weniger zwangsweise zugeteilte Partner, doch nicht so das Nonplusultra war. Dies kann natürlich große Unruhe in einem Schwarm verursachen, insbesondere wenn der bisherige Partner den wechselwilligen nicht hergeben möchte. Man sieht: Es ist ähnlich kompliziert wie bei manchen Großpapageien und man braucht viel Geduld, Platz und Nerven, und manchmal auch die Bereitschaft, ein vorhandenes Tier wieder umzutauschen, um glücklichere Paarungen zu ermöglichen.

Dies gilt wie gesagt für Blaugenick-Sperlingspapageien. Von Augenring-Sperlingspapageien heißt es, dass diese friedlicher sind. Dies ist richtig, hier funktioniert manchmal schon ein Kleinschwarm mit zwei Paaren, viel Platz auch hier vorausgesetzt. Auch die Vergesellschaftung ist einfacher. In manchen Fällen ist es allerdings so, dass der Stress, der sich bei den Blaunacken durch Aggression entläd, bei den Augenringen ein anderes Ventil sucht. So werden diese Tiere, wenn ihnen die Haltungsbedingungen nicht zusagen, schnell zum Rupfer.

gerupftFoto: Diese Augenring-Sperlingspapageien haben sich am Bauch kahl gerupft

Auch eine Schwarmhaltung mit anderen Vögeln klappt wenn, dann bei Augenring-Sperlingspapageien. Blaugenick-Sperlingspapageien sollte man möglichst nicht mit anderen Vögeln gemeinsam halten. Selbst gemeinsamer Freiflug in der Wohnung kann zum Problem werden.

Katharinasittiche hingegen kann man gut mit anderen friedlichen Vögeln gemeinsam halten, auch in der gleichen Voliere. Diese sollte jedoch dann möglichst groß sein, also mehrere qm Grundfläche ausweisen. Gut klappt eine Haltung mit manchen Spitzschnäbeln, z. B. mit Zebrafinken oder Kanarien, oder mit anderen friedlichen Sittichen, wie mit Nymphen- oder Bourkesittichen. Auch eine Gemeinschaftshaltung mit Wellensittichen gelingt oft. Wenn es hier Probleme gibt, liegt dies in der Regel an den Wellensittichen, da die manchmal einfach recht frech sind. Bei einer Gemeinschaftshaltung sollten Katharinasittiche daher möglichst in der Überzahl sein.

Nicht oft genug hinweisen kann man darauf, dass bei einer Gemeinschaftshaltung mehrerer Vogelarten unbedingt jedes Tier einen arteigenen Partner haben muss!

schmusenFoto: Ein arteigener Partner ist Pflicht (hier: Katharinasittiche beim Schmusen)

Auch von der Ernährung her unterscheiden sich Sperlingspapageien und Katharinasittiche grundlegend. Sperlis sind keine Obstpapageien, sie erhalten ein gutes Körnerfutter und nur ab und an zur Ergänzung etwas Obst oder Gemüse, welches oft genug gar nicht angenommen wird. Mit viel Geduld und immer wieder anbieten kann man sie dazu bringen, Apfel, Karotte, frisch gesammelte Gräser, oder ähnliches, zu probieren. Auch bei den frischen Zweigen, normalerweise ein willkommenes Ergänzungsfutter, greifen die Sperlis nicht immer gleich zu. Ich habe jedoch die Erfahrung gemacht, dass Tannenzweige, frisch oder getrocknet, gerne angenommen und fein geschreddert werden.

Bei Katharinasittichen hingegen sollte die tägliche Ernährung zu 50 % aus Obst, Gemüse und Grünfutter bestehen. Damit einher geht dann auch der weichere Kot und auch ein größerer Reinigungsaufwand aufgrund geschredderter Obstreste. Dies verleitet viele zukünftige Vogelhalter dazu, sich für Sperlingspapageien zu entscheiden, mit der Vorstellung, dass diese kaum Arbeit machen. Das ist natürich Quatsch, denn auch die kleineren, festeren Häufchen der Sperlis können nicht einfach weggefegt werden, sondern müssen meistens eingeweicht und mit Wasser weggeputzt werden und diese fallen natürlich auch beim Freiflug in der Wohnung an. Teppichboden ist daher bei beiden Arten, überhaupt bei Papageienvögeln in der Wohnung, nicht sinnvoll. Auch herumfliegende Futterhülsen, Federn und Obstreste in kleinerem Ausmaß gilt es zu entfernen. Somit ist bei beiden Arten ein Entfernen von Kotbomben nach dem täglichen Freiflug sowie eine wöchentliche gründliche Grundreinigung der Voliere Pflicht. Dabei sind die Kotbomben der Katharinasittiche schon deutlich größer. Auch sollten die Obstreste der Kathis jeden Tag entfernt werden, damit sie nicht gammelig werden. Frisches Obst, Gemüse oder Grünfutter ist täglich anzubieten. Dies bedeutet, dass Katharinasittiche unterm Strich mehr Arbeit verursachen.

TürkisiFoto: Katharinasittiche brauchen täglich Frischfutter

Zahm werden können beide Arten, vor allem wenn sie jung zum neuen Halter kommen und dieser sich ausgiebig mit ihnen beschäftigt. Von ihrem Naturell her sind Sperlingspapageien allerdings eher schreckhaft, während Katharinasittiche von Natur aus eher die Coolen sind, da sie eine geringe Fluchtdistanz haben. Dies macht das Zähmen leichter, da man sich ihnen von Anfang an, z. B. mit Leckerchen, gleich besser annähern kann. Wenn die Sperlis gleich bei der ersten Ansicht meiner Hand in die Volierenecke flattern, haben sie gar keine Chance, die Kolbenhirse zu entdecken. Dazu kommt noch, dass sie wesentlich weniger verfressen sind. Oftmals fällt es schon schwer, ein Superleckerchen zu identifizieren, wenn sie neben ihrem täglichen Körnerfutter wenig Lust auf mehr haben. Katharinasittiche hingegen sind recht verfressen, beschäftigen sich viel mit der Nahrungsaufnahme und probieren auch eher mal etwas unbekanntes. Es fällt nicht schwer, die Leibgerichte herauszufinden. Viele sind z. B. ganz scharf auf Apfel oder andere Obstsorten. Meist kann man sie recht schnell mit Futter auf die Hand locken.

Klar ist aber, dass es immer auch auf das einzelne Tier ankommt, ob es zahm wird oder nicht. Manche Vögel werden nie zutraulich, bei anderen geht es verhältnismäßig schnell. Dies gilt sowohl für Sperlingspapageien als auch für Katharinasittiche, wobei die Chance, zahme Tiere zu bekommen, bei Katharinasittichen nach meiner Erfahrung um einiges besser ist.

Was die optische Ähnlichkeit angeht, muss man dies einschränken, was die Größe betrifft. Katharinasittiche sind doch um einiges größer als Sperlingspapageien. Während ein ausgewachsener Sperlingspapagei zwischen 32 und 35 Gramm auf die Waage bringt und etwa 12 bis 13 cm lang ist, sind es bei Katharinasittichen zwischen 50 und 60 Gramm bei einer Länge von 16 bis 18 cm. Eine geräumige Voliere brauchen beide Arten, da sie gerne fliegen und daher Platz brauchen. Sperlingspapageien werden diesbezüglich oft falsch eingeschätzt und sind vielmals in zu engen Käfigen untergebracht.

grünscheckeFoto: Sperlingspapageien sind zwar klein, brauchen aber dennoch viel Platz

Von der Lautstärke her haben Sperlingspapageien das leisere Organ. Katharinasittiche haben lautere Stimmen, die sie jedoch selten erschallen lassen. Meistens nur kurz in den Morgen- und dann erst wieder in den Abendstunden, aber ebenfalls nur einige wenige Minuten. Sperlingspapageien bekommen schon auch mal tagsüber Streit und schnattern dann wie die Spatzen! Manche Leute bezeichnen die Schreie der Sperlingspapageien als schrill, das empfinde ich jedoch nicht so. Ich halte beide Arten für verhältnismäßig leise, reihenhauskompatible Vögel. Sperlingspapageien sind dabei etwas leiser als Wellensittiche, Katharinasittiche bewegen sich in etwa auf Welli-Niveau, während sie, wie gesagt, tagsüber kaum zu hören sind. Hält man die Tiere jedoch mit anderen Vögeln, z. B. mit Wellensittichen, kann es sein, dass sie sich an diesen ein Beispiel nehmen und dann auch öfter zu hören sind.

Von der Nagefreudigkeit her kann man sich über die kleinen Sperlingspapageien manchmal nur wundern. Sie können durchaus auch größere Schäden z. B. an Holzmöbeln, Wänden, o.ä. anrichten, insbesondere die Blaugenick-Sperlingspapageien. Augenringsperlingspapageien sind da etwas zurückhaltender, aber auch generell nicht so aktiv.

001Foto: Augenring-Sperlingspapageien sind ruhige Gesellen

Katharinasittiche haben keinen großen Nagetrieb und begnügen sich mit frischen Ästen, die man ihnen regelmäßig anbieten sollte, von denen dann auch gerne die Rinde abgefressen wird. Holz von Möbeln o.ä. hingegen finden sie meist völlig uninteressant.

Türkisi2Foto: Katharinasittiche sind keine großen Nager

Welches sind nun also die besseren Haustiere?

Das kommt ganz auf die Bedürfnisse des Halters an. Sucht man Vögel, die leicht zahm werden, sollte man meines Erachtens eher auf Katharinasittiche zurückgreifen. Auch wenn einem ein geringer Nagetrieb wichtig ist. Möchte man pflegeleichte Vögel haben und z. B. nicht jeden Tag Obst füttern müssen, liegen Sperlingspapageien nahe. Vor allem dann, wenn man nur ein Paar halten möchte. Will man dagegen einen kleinen Schwarm, ist das mit Kathies einfacher.

Tolle Haustiere, kleine Kletterkünstler, neugierig und interessant zu beobachten, sind beide. Wer plant, sich welche anzuschaffen, sollte in Erwägung ziehen, die gewünschte Art mal bei einem Züchter oder Halter in Natura anzuschauen. Denn so “live” kann man sich doch ein besseres Bild machen als nur im Internet.

Und letztlich sollten bei der Auswahl nicht nur die Bedürfnisse des Halters im Vordergrund stehen, sondern vor allem die Bedürfnisse der Vögel. Wem kann ich besser gerecht werden?

 

 

Hilfe, mein Sittich hat ein Ei gelegt!

Ungewollte Eier, Dauerlegen, Dauerbrutigkeit, für viele Sittichhalter ein Problem. Besonders Ziegensittiche neigen dazu, aber auch alle anderen hier vorgestellten Sittiche können betroffen sein.

Was tun bei ungewollt brutlustigen Sittichen?

Es gibt ein paar Regeln, bei deren Beachtung man die Brutlust eindämmen kann. Diese leiten sich von der Tatsache ab, dass die Tiere in der freien Natur dann zur Brut schreiten, wenn die Lebensbedingungen gut sind, also z. B. direkt nach der Regenzeit, wenn es viel frisches Futter gibt, was gut zu verfüttern ist (z. B. halbreife Grassamen).

IMG_2214Foto: Keimfutter steigert die Brutlust

Wenn wir also etwas karger füttern, täuschen wir schlechte Zeiten vor, die für eine Brut nicht geeignet sind. Der Körper der Tiere reagiert entsprechend. Karges Futter bedeutet für unsere australischen Sittiche, dass lediglich Körnerfutter angeboten wird, und zwar in ausreichender Menge. Karg füttern bedeutet nicht hungern lassen! Je nach Intensität der Brutlust kann man einmal pro Woche zur Vitaminversorgung etwas Frischfutter reichen. Oder man greift auf ein Mutlivitaminpräparat zurück und bestreut das Körnerfutter ab und zu z. B. mit Korvimin oder Prime.

Bei unseren südamerikanischen Katharinasittichen können wir das Frischfutter nicht so stark einschränken wie bei den Australiern, da Kathis einfach einen höheren Frischkostanteil in der Ernährung haben müssen. Aber wir können von zuckerreichen Obstsorten auf Gemüse (z. B. Fenchel, Stangensellerie) oder auf getrocknetes Obst oder Gemüse (z. B. getrocknete Beeren) umstellen. Auch hier können wir die Menge etwas zurückfahren und dafür auf künstliche Vitamine zurückgreifen. Grundsätzlich bin ich zwar mehr für natürliche Vitamine, aber zur Senkung der übersteigerten Brutlust muss man diesen Kompromiss vielleicht manchmal eingehen.

Eine weitere Maßnahme zur Eindämmung der Brutlust ist das Verkürzen der Tageslichtlänge. Um den Tieren “Winter” vorzutäuschen, sollte der Tag nicht viel mehr als 10 Stunden haben. Das heißt, wir machen zum Beispiel morgens um 8 Uhr die Rolläden im Vogelzimmer auf und Nachmittags um 18 Uhr wieder runter. Wer Kunstlicht benutzt, kann auch mit einer Zeitschaltuhr arbeiten, was für berufstätige Halter, die schon früh aus dem Haus müssen, praktisch sein kann.

Hilfreich kann auch das Absenken der Temperatur im Vogelzimmer um einige Grad sein.

Diese Maßnahmen lassen sich natürlich schwer umsetzen, wenn die Voliere der Vögel im Wohnraum steht. Da müssen sich sonst vielleicht auch die Menschen auf nicht ganz so kuschelige Temperaturen im Wohnzimmer einstellen. Zum Verdunkeln kann man den Käfig abends mit einer leichten, undurchsichtigen Decke abdecken.

Auch helfen kann, wenn man bei Vögeln, die regelmäßig mit einer Blumenspritze abgeduscht werden, dies einstellt, um eine Trockenzeit vorzutäuschen. Entsprechend kann man die Badeschale kassieren und nur noch Trinkwasser in einem kleinen Napf anbieten. Wenn Tiere nicht regelmäßig geduscht werden, kann im Gegenteil ein Abduschen mit nur leicht lauwarmem Wasser den Bruttrieb senken. Also hier muss man ein bisschen individuell probieren, was besser ist.

Ganz wichtig ist, dass man keine Gegenstände in Reichweite der Tiere hat, die als Bruthöhlen benutzbar sind. Denn Bruthöhlen steigern den Bruttrieb ungemein. Das heißt, dass aber auch wirklich alles aus der Reichweite der Vögel entfernt werden muss, was auch nur im entferntesten an eine Bruthöhle erinnert, also nicht nur Nistkästen, sondern auch Korkröhren und sogar Spalten im Bücherregal.

IMG_3693Foto: Nymphensittich sucht Bruthöhle

Katharinasittiche, die Schlafhäuser oder ähnliches als Rückzugsmöglichkeit benötigen, dürfen nur solche Häuschen bekommen, die nicht umseitig geschlossen sind. Solche offenen Schlafhäuser kann man zum Beispiel aus einem Häuschen ohne Boden aus dem Nagerbedarf leicht selbst herstellen. Dazu bringt man das Häuschen an der Volierenwand an und befestigt innen einen Naturast zum Sitzen der Tiere. So können die Sittiche in dem Häuschen übernachten, mangels Boden kann jedoch keine Brut zustandekommen. In einem Vogelzimmer sind selbst Schlafkästen nicht unbedingt erforderlich, wenn es gelingt, den Katharinasittiche andere Rückzugsmöglichkeiten zu schaffen, z. B. hinter belaubten Ästen.

Hilfreich ist auch, die Tiere abzulenken und ihnen viel Beschäftigung zu bieten. Hier sind Beschäftigungen vorzuziehen, die mit Bewegung verbunden sind, z. B. Fliegen oder Klettern. Nagen kann kontraproduktiv sein, da dies gerade bei Wellensittichen oder Bourkesittichen den Bruttrieb erst auslösen kann. Dies bezieht sich vor allem auf das Nagen an Rindenstücken etc. Frische Äste wecken nach meiner Erfahrung keinen Bruttrieb und versorgen die kärger gefütterten Tiere mit zusätzlichen Mineralien, die unter der Rinde sitzen. Eine sehr gute Beschäftigungsmöglichkeit ist, die Tiere ihr Futter erarbeiten zu lassen, indem z. B. Gemüse an verschiedenen Plätzen in der Voliere aufgehängt wird und somit angeflogen und bearbeitet werden muss.

Apfel1Foto: Katharinasittich mit Apfel und Karotte

Soll man, wenn ein Ei gelegt wurde, einen Nistkasten anbieten?

Manchmal wird empfohlen, wenn eine Henne in der Voliere ein Ei fallen lässt, dieser einen Nistkasten zur Verfügung zu stellen. Sie soll dann leichter legen und keine Legenot bekommen. Fakt ist aber, dass, wenn die Henne bereits ein Ei in der Voliere fallen gelassen hat, sie offenbar ohnehin leicht legt und Legenot kein Problem darstellt. Ein Anbieten eines Kastens trägt dann zur Steigerung des Bruttriebs bei. Wenn die Henne das Ei auf dem Volierenboden ignoriert, sollten wir es daher einfach entfernen und die genannten Maßnahmen einleiten. Es ist auch nicht sonderlich schlimm, besorgniserregend oder bedenklich, wenn eine Henne ab und zu ein Ei fallen lässt, sondern völlig natürlich. Es zeigt, dass sich das Tier in guter Kondition befindet und sich wohl fühlt. Man sollte dann nur darauf achten, dass die Henne genug Kalzium und Vitamin D 3 bekommt. Kritisch wird es erst, wenn eine Henne wochenlang jeden zweiten Tag ein Ei legt und sich dies auch durch die genannten Maßnahmen nicht ändert. In einem solchen Fall sollte man die Strategie ändern, ebenfalls wenn die Henne versucht, die Eier auf dem Volierenboden zu bebrüten. Es kann in solchen Fällen tatsächlich helfen, die Tiere einige Zeit auf Kunststoffeiern brüten zu lassen.

BrütendFoto: Bourkesittichhenne brütet auf Kunststoffeiern

Spätestens nach vier Wochen, wenn der Schlupftermin überschritten ist, verlassen die Hennen dann meist von alleine ihr Gelege. Bei den auf dem Käfigboden brütenden Tieren kann man direkt dort die Eier gegen Kunststoffeier austauschen. Bei der dauerlegenden Henne, die den Eiern keine Beachtung schenkt, kann tatsächlich das Zurverfügungstellen eines Nistkastens das Dauerlegen stoppen, indem eine Brutphase an die Legephase anschließt. Im Nistkasten legt die Henne nur so lange, bis das Gelege vollständig ist (meist 6 Eier) und beginnt dann zu brüten. Auch hier müssen natürlich die Eier gegen Kunststoffeier ausgetauscht werden, wenn man keinen Nachwuchs möchte. Sind keine Kunststoffeier zur Hand, kann man die gelegten Eier auch kurz abkochen, auf Körpertemperatur abkühlen lassen, kennzeichnen (Bleistift) und wieder zurücklegen. Wichtig ist zu wissen, dass normalerweise jeden zweiten Tag ein Ei gelegt wird. Es muss also regelmäßig kontrolliert werden und neu dazugekommene Eier ebenfalls ausgetauscht oder abgekocht werden.

IMG_4663Foto: Wellensittichei in einem Karton

Wenn die Hennen direkt nach dem Aufgeben des Geleges wieder zu legen anfangen und sich weiterhin nicht stoppen lassen, sollte man einen vogelkundigen Tierarzt aufsuchen, der noch andere Maßnahmen ergreifen kann, z. B. Hormongaben.

Manche Halter denken auch, dass es hilft, die Vögel mal ein Gelege ausbrüten zu lassen. Dies ist aber ein Trugschluss. Im Gegenteil, Sittiche, die bereits erfolgreich Jungtiere groß gezogen haben, sind meist sehr viel schneller wieder in Brutstimmung.

Ratgeber Wellensittichzucht erscheint demnächst

Leider gibt es immer wieder unschöne Vorfälle, wenn Sittichhalter meinen, Ihren Tieren auch mal eine Brut ermöglichen zu müssen, aber vom Tuten und Blasen keine Ahnung haben. Legenot, Kämpfe bis aufs Blut zwischen Hennen, Mangelerkrankungen, verlassene, verkrüppelte oder tote Jungtiere sind da keine Seltenheit. In vielen Fällen ist mir schon ein verzweifelterHilferuf zugegangen, oftmals habe ich die begonnene Brut dann über Emailkontakt “gecoacht”.

Nun gibt es bald eine Möglichkeit, sich vor dem Aufhängen eines Nistkastens kompakt und umfassend über die Zucht von Wellensittichen zu informieren:

Das Buch: Hobby Wellensittich-Zucht von Carola Knecht wird im August 2015 erscheinen und berichtet über alles Wichtige im Zusammenhang mit der Zucht der kleinen Sittiche. Auch wer sich nicht sicher ist, ob es für ihn Sinn macht, seine Vögel brüten zu lassen, ob er die nötigen Voraussetzungen bieten kann, etc., wird von dem Buch profitieren.

Wer möchte, kann das Buch jetzt schon, z. B. bei amazon, vorbestellen.

Der Ratgeber wird im Verlag Oertel und Spörer erscheinen, ca. 120 Seiten umfassen, viele farbige Fotos enthalten und kostet nur 14,95 Euro.

Vogelfutter aus Löwenzahnsamen selbst gemacht

Ein gesundes, kalorienarmes und absolut kostenloses Futter für unsere Sittiche können wir derzeit aus den verblüten Löwenzahnblumen herstellen. Die Blütenköpfe sollten im verblühten Stadium sein, aber sich noch nicht zur “Pusteblume” geöffnet haben. So kommen wir am besten an die Samen ran. Weiterlesen

Buch: Sittiche und Papageien

Normalerweise lese ich eher Bücher, die sich genau mit den Arten beschäftigen, die ich halte. Nun habe ich ein eher allgemein gehaltenes Buch geschenkt bekommen: “Sittiche und Papageien”. Das Buch ist im Verlag Oertel und Spörer erschienen, der mir wegen seiner qualitativ hochwertigen Tierbücher bereits bekannt war. Autor ist Werner Lantermann, der sich schon seit vielen Jahrzehnten mit Papageien und Sittichen beschäftigt und schon viele Bücher zum Thema geschrieben hat. Einige davon sind schon älteren Datums, aber das genannte Buch Weiterlesen

Papageien oder Sittiche?

Papageien oder Sittiche, was ist eigentlich der Unterschied?

Viele sagen, die langschwänzigen Papageienvögel seien Sittiche, die kurzschwänzigen seien Papageien. Hier passt dann aber nicht, dass Aras ja lange Schwanzfedern haben und landläufig als der Inbegriff der Papageien gelten. Nun, in der Tat können Aras aber auch den Weiterlesen

Grünfutter im Winter 2

Inzwischen hat es bei uns geschneit, alles ist weiß. Nun ist natürlich nichts mehr mit Frischfutter für die Sittiche sammeln! Da stellt sich ja immer wieder die Frage, wie wir den Speisezettel unserer Vögel mit Vitaminen anreichern können.

Eine gute Möglichkeit ist Basilikum. Dies bietet mehrere Vorteile, einer davon ist, dass er von Weiterlesen

Warum Vogellampen?

Ich habe für meine Sittiche zwei sogenannte Bird-Lamps installiert. Das sind Lampen, die zum einen durch spezielle Vorschaltgeräte flimmerfrei sind (normales elektrisches Licht wird vom Vogelauge als flimmernd empfunden, da es mehr Bilder pro Sekunde sieht als das menschliche Auge) und zum anderen enthält es auch UV-Strahlen. Ultraviolettes Licht ist für die Vögel Weiterlesen