17Aymara Foto

Aymaras extra

Was ist bei der Haltung von Aymarasittichen anders als bei der Haltung anderer Sittiche?

Nun, Aymarasittiche sind temperamentvolle Südamerikaner, die viel Beschäftigungsmöglichkeiten brauchen. Mehr als die meisten australischen Sittiche. Vergleichbar am ehesten noch mit Ziegen- und Springsittich. Wenn ich meinen Aymaras morgens einen Tannenast in die Voliere mache, kann sein, dass sie bis zum Abend keine einzige Nadel mehr hat, weil alle fein säuberlich abgezupft wurden. Man hat den Eindruck, sie arbeiten richtig und ruhen erst, wenn das Werk vollendet ist. Genauso geht es beim Entrinden von z. B. Haselnussästen. Richtige kleine Arbeitstiere!

17BodenFoto: Volierenboden nach einem Tannenzweig-Einsatz der Aymaras

Sie können auch gut mit gekauftem Spielzeug beschäftigt werden, wovor andere Sittiche, zumindest anfangs,eher Reißaus nehmen. Also wer keine Zeit zum Basteln von Sittichbeschäftigungen hat – kein Problem!

17Voliere2Foto: Die Voliere sollte für Aymarasittiche mit vielen Spielmöglichkeiten ausgestattet sein

Aymaras lieben es dabei, Spielsachen aus Weide, Stoff, Karton und ähnlichen weichen Materialien zu schreddern. Auch Äste werden gerne bearbeitet und entrindet. Das in der Voliere verbaute Holz jedoch lassen sie normalerweise in Ruhe.

Zum Schlafen sollten Aymarasittiche ein Schlafhäuschen, einen Tunnel o. ä. haben. Es sollte darinnen eine flache Fläche sein, da Aymaras gerne liegend schlafen. Es sollte aber keine komplett geschlossene Höhle wie ein Nistkasten sein, da durch die gleichmäßige Temperatur und Dunkelheit die Brutlust gefördert würde. Gut geeignet sind Korkröhren, oder Nistkästen, bei denen man den Deckel ein bisschen auf “Kipp” stellt und in dieser Stellung arretiert.

Von der Ernährung her sind Aymaras ähnlich unkompliziert wie australische Sittiche. Dadurch, dass sie in freier Natur im kargen Bergland leben, sind sie nicht solche ausgesprochenen Obstfresser wie viele andere südamerikanische Papageien. Besonders gerne fressen sie Beeren, die man im Winter auch getrocknet anbieten kann, und Obstsorten, die kleine Samenkörner enthalten, wie Kiwis, Physalis, Erdbeeren, Feigen, etc. Gerne genommen werden auch die Samen von Paprika, Tomate, Hagebutten, etc. Auch Keimfutter kommt meist gut an.

Da Aymarasittiche neugierig sind, kann man sie recht gut an andere Futterbestandteile gewöhnen, die sie vom Züchter her nicht gewohnt sind. Manche möchten Apfel, Karotte, etc. gerne in schnabelgerechte Stücke geschnitten, andere beißen auch gerne vom aufgehängten Obst ab. Auch Zuckermais ist beliebt.

Gerne werden auch Nahrungsbestandteile genommen, die man in der Natur sammeln kann. Gräser, weiche Äste von Obstgehölzen, Weide und Holunder, Grünfutter wie Löwenzahn oder Vogelmiere, die Samenstände von Sauerampfer, Löwenzahn oder Breitwegerich, etc. Eine vielfältige Ernährung ist auch für Aymarasittiche wichtig!

Als Grundfutter sollte man ein Sittichfutter ohne Sonnenblumenkerne reichen, bewährt hat sich ein Neophemenfutter oder auch Sperlingspapageienfutter, welches man mit Wild- oder Grassamen strecken kann.

17Aymara mit GolliwogFoto: Im Winter sorgt ein Golliwog für Abwechslung

Fetthaltige Samen wie Sonnenblumenkerne sollten nur in Maßen, z. B. als Leckerchen, gereicht werden. Vögel, die in Außenvolieren leben, dürfen allerdings, vor allem im Winter, etwas fettreicher ernährt werden als ihre Kumpels in der Wohnung.

Wichtig ist auch noch zu erwähnen, dass Aymarasittiche gerne und gut fliegen. Sie brauchen daher entsprechend viel Platz. Eine gute Möglichkeit ist zum Beispiel das Halten in einer Zimmervoliere mit Freiflug in der Wohnung, da sie sehr wendige und geschickte Flieger sind, und es ihnen nichts ausmacht, um Möbel, Zimmerlampen o.ä. herumfliegen zu müssen. Sie beherrschen es auch, im Flug stehenzubleiben, um sich z. B. ihren Landeplatz zunächst genauer zu betrachten, bevor sie sich niederlassen. Sie sind von den hier vorgestellten Sitticharten mit Abstand die geschicktesten Flieger, wobei das nicht heißt, dass sie den ganzen Tag ununterbrochen fliegend unterwegs sind. Sie klettern nämlich auch sehr gerne, weshalb eine entsprechende Einrichtung der Voliere mit Ästen und Zweigen, viel zu ihrem Wohlbefinden beiträgt.

Ein Luftbefeuchter ist für Aymaras nicht unbedingt erforderlich, da sie nicht aus dem Regenwald kommen, sondern aus Gebirgsregionen mit ähnlicher Luftfeuchtigkeit wie bei uns.

Weitere Hinweise zur Haltung finden Sie hier.

Wie Sie Ihre Aymarasittiche zahm bekommen, wird hier erklärt.

 

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