Bunte Bourkies

Hin und wieder habe ich die Meinung gehört, Bourkesittiche seien “hässliche Spatzen”. Nun, hierzu ist zunächst zu sagen: Spatzen sind nicht hässlich! :-)

Tatsächlich sind wildfarbene Bourkesittiche, vor allem die Weibchen, wenn man sie von hinten sieht und somit den rötlichen Bauch nicht im Blick hat, überwiegend braun.

lutino wfFoto: Bourkesittiche, links Lutino, rechts Wildfarbe

Von vorne sind jedoch auch die wildfarbenen Bourkesittiche, vor allem natürlich die Männchen, durchaus als farbenprächtig zu bezeichnen, wenn auch nicht besonders grell und aufdringlich.

br13Foto: Wildfarbene Bourkesittiche, links Hahn, rechts Henne

Inzwischen gibt es jedoch auch bei den Bourkesittichen einige recht farbenfrohe Züchtungen, einige dieser Mutationen und Kombinationen möchte ich hier vorstellen.

Opalin / Rosa

Am bekanntesten dürften die rosa Bourkesittiche sein, in der Züchtersprache heißen sie “Opalin”. Das auf dem folgenden Foto gezeigte Tier ist ein “Opalin Spalt Ino” – Hahn, d.h. er kann auch (in diesem Fall) Rubinos zeugen, wenn er mit einer entsprechenden Henne verpaart wird, da er diesen Faktor rezessiv trägt. Diese Tiere haben meist ein intensiveres Rosa als “normale” Opaline.

Opalin Spalt InoFoto: 1,0 Opalin Spalt Ino

Rosa, also Opalin, wird geschlechtsgebunden vererbt. Phänotypisch wildfarbene Tiere, die in Opalin spalten, sind immer männlichen Geschlechts.

SL Ino / Lutino

Mein Lieblings-Farbschlag bei den Bourkies sind die Lutinos. Sie zeichnen sich durch rote Augen aus, was wir von Albinos kennen. Lutinos sind, vereinfacht gesagt, Albinos die noch gelben Farbstoff enthalten. Sie produzieren kein Melanin, weshalb ihnen dunkle Farbbestandteile fehlen.

lutino2Foto: Lutino, Blitzlichtaufnahme

Sie sind hellorange mit gelben Flügeln, Rücken und Schwanz, mit viel weiß, z. B. an den Handschwingen, am Steiß und im “Gesicht”. Mit ihren zarten Pastelltönen sind sie einfach superhübsch, was meines Erachtens aber am besten auf Fotographien ohne Blitz zum Ausdruck kommt:

neue8Foto: Links Lutino, Aufnahme ohne Blitz

Sie sehen aus wie angemalt, oder wie aus einem Aquarell.

Auch dieser Farbschlag vererbt geschlechtsgebunden. Um schwache Nachkommen zu vermeiden, sollte man, um Lutinos zu erhalten, keine zwei Lutinos miteinander verpaaren, sondern auf spalterbige Hähne zurückgreifen.

Opalin-Ino / Rubino

Diese Tiere sind den Lutinos nicht unähnlich, sie haben jedoch ein kräftigeres orangerot, einen orangen Rücken, wobei die Farbe sich in den Flügeln fortsetzt. Lediglich die Flügelränder sind Gelb. Auch der Schwanz ist rotorange, mit weißen Rändern.

rubino lutionFoto: Links Rubino, rechts Lutino

Beim Rubino handelt es sich nicht um eine Mutation, sondern um eine Kombination, nämlich aus Opalin und Lutino, entstanden durch ein sogenanntes Crossing-over.

Um die Vererbungslehre beim Bourkesittich einigermaßen zu verstehen, benötigt man somit schon einige Kenntnisse in Genetik.

Falbe

Die falben Bourkesittiche ähneln den wildfarbenen, sind aber heller, scheinen verwaschener. Man unterscheidet dabei die hellen oder pale Falben mit roten Augen und die dunklen bzw. Bronzefalben mit dunklen Augen.

Gesäumte / Spangle

Hier ist die Flügelzeichnung umgekehrt, also da, wo normalerweise helle Partien von einem dunklen Streifen abgegrenzt werden, sind dunkle Partien mit einem hellen Saum.

Selektionen

Es ist das Bestreben einiger Bourkesittichzüchter, vor allem in Holland, möglichst viel Blau oder Grün im Gefieder ihrer Tiere zu haben. Um dies zu erreichen, muss man eine Selektionszucht betreiben, das heißt grob gesagt, die Tiere mit einem hohen Anteil dieser Gefiederfarbe weiterzüchten.

 

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