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Warum Sittiche?

Ja, warum Sittiche als Haustiere, und keine Meerschweinchen, Hunde oder Katzen?

Natürlich sind auch Meerschweinchen, Hunde oder Katzen tolle Haustiere, wenn man ein Faible dafür hat. Ich habe selber lange Jahre Meerschweinchen gehabt, habe Katzen sowie einen Hund. Dennoch sind meine Sittiche für mich etwas ganz besonderes. Warum?

Das Vertrauen eines Vogels zu gewinnen, ist eine ganz besondere Herausforderung. Manche Vogelarten sind gar nicht oder kaum zähmbar. Bei Sittichen, zumindest bei den Arten, die ich auf dieser Internetseite näher vorstelle, kann dies gelingen. Wenn man einen “Draht” zu den Tieren bekommt. Das ist eine Sache, die Geduld, Liebe und Beharrlichkeit voraussetzt. Es ist eine Sache, die mich aufs Neue immer wieder fasziniert. Wenn ein Vogel zum ersten Mal auf meiner Hand landet.

Basilikum2Foto: Das Vertrauen eines Sittichs (hier: Springsittich) muss man sich erarbeiten

Man muss das mögen. Anderen sind vielleicht “schnelle Ergebnisse” lieber. Oder sie brauchen einen gewissen Kuschelfaktor, den man mit einem Vogel oft nie erreicht. Vögel sind keine Schmusetiere. Dennoch kann man eine enge Verbindung, ein Vertrauensverhältnis aufbauen.

Hinzu kommt, dass Sittiche, zumindest die hier vorgestellten, relativ pflegeleicht und recht problemlos in der Haltung sind, wenn man einige Grundvoraussetzungen einhalten kann (große Voliere, Platz zum Fliegen, gegengeschlechtliche arteigene Partnertiere, ausreichend Beschäftigung und eine artgerechte Ernährung). Sie machen zwar Schmutz, man kommt dem mit einem griffbereiten Staubsauber, einem feuchten Tuch und einer wöchentlichen Käfigreinigung jedoch ganz gut bei. Sie sind von der Lautstärke her erträglich (vor allem Bourkesittiche und Katharinasittiche sind ausgesprochen leise) und somit auch für Mietwohnungen geeignet. Sie sind, im Schwarm gehalten, einfach super interessant zu beobachten. Man kann sich sehr intensiv mit ihnen beschäftigen, für sie basteln, Pflanzen in der Natur suchen, etc., man kann sie aber auch über viele Stunden einfach sich selbst überlassen. Wenn sie zu mehreren sind, genug Platz haben, versorgt und beschäftigt sind, ist das gar kein Thema.

1606241Foto: Sittiche (hier Katharinasittiche) fühlen sich im Schwarm wohl und brauchen nicht dauernd Bespaßung durch Menschen

Und ja, ich gebe es zu, ich züchte gerne. Ich liebe es, kleine Tiere aufwachsen zu sehen und meinen Teil dazu beizutragen, dass sie gut und artgerecht aufgezogen werden und sich positiv entwickeln. Eine Schwierigkeit beim Züchten ist es, gute Plätze für die nachgezüchteten Tiere zu finden. Da dies um so schwieriger ist, je anspruchsvoller die Haltung ist, habe ich mit der Zucht von Großpapageien aufgehört. Die meisten Menschen haben völlig falsche Vorstellungen von der Papageienhaltung und sind nicht bereit, den Tieren geräumige Volieren oder Vogelzimmer und ein Partnertier zur Verfügung zu stellen, geschweige denn frische Luft und Sonnenlicht. Wer sich näher für die Papageienhaltung interessiert, kann hier sehr viel nachlesen. Hinzu kommt noch, dass sich viele Papageien ab einem bestimmten Alter nicht mehr im Schwarm halten lassen, sondern nur als Paar, weshalb man sehr viel Platz braucht, wenn man nachgezogene Tiere behalten möchte oder keinen geeigneten Käufer findet.

7kükenFoto: Junge Sittiche (hier Springsittiche) können viel Spaß machen, brauchen jedoch auch einiges an Wissen und Einsatz

Für Sittiche (und Sperlingspapageien) ist es erheblich einfacher, ein gutes Zuhause zu finden, und, da eine Schwarmhaltung bei vielen Arten möglich ist, kann ich die Nachkommen bei meiner Volierengröße auch bei mir behalten, wenn ich keine Abnehmer finde.

Sperlingspapageien

Sperlingspapageien im Sittichschwarm? Wie kommt das?

Normalerweise haben Papageien in einem Sittichschwarm nichts verloren. Das könnte Mord und Totschlag geben! Eine Ausnahme gibt es allerdings bei den Sperlingspapageien, das sind die Augenring-Sperlingspapageien. Und nur diese! Blaugenick-Sperlingspapageien, die weitaus häufiger vorkommen, sind wesentlich aggressiver und sollten nur paarweise oder in großen Volieren im arteigenen Schwarm gehalten werden.

Augenring-Sperlingspapageien hingegen sind wesentlich friedlicher und lassen sich mit anderen friedlichen Vögeln, zumindest außerhalb der Brutzeit und wenn genügend Platz da ist, gut vergesellschaften.

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Foto: Augenring-Sperlingspapagei (rechts) und Bourkesittiche

Für eine Haltung im Schwarm mit australischen Sittichen wie Wellis, Bourkies oder Nymphen spricht auch, dass sie ganz ähnlich ernährt werden müssen.

Augenring-Papageien sind recht ruhige Tiere, die aber nicht unbedingt zahm werden.

1513013Foto: Sperlingspapageien klettern gerne

Durch die geringe Größe kann man sie gut auch in einer kleineren Wohnung halten. Zudem sind sie relativ leise, von der Lautstärke her in etwa so wie Wellensittiche, mit dem Unterschied, dass sie nicht wie diese den ganzen Tag am “brabbeln” sind, sondern auch mal längere ruhige Phasen haben.

Wer die Tiere tatsächlich im Sittichschwarm, im arteigenen Schwarm oder zusammen mit anderen friedlichen Vögeln halten möchte, benötigt eine große Voliere von mindestens 3 m Länge, so dass gewährleistet ist, dass sich die Tiere, insbesondere die verschiedenen Gattungen, aus dem Weg gehen können und jede ihr Rückzugsgebiet finden kann. Es sollte auch die Möglichkeit bestehen, die Tiere im Notfall zu trennen.

Wer nur ein Pärchen Sperlingspapageien halten möchte, kann dies in einem Käfig ab 1 m Länge tun. Die Tiere brauchen dann allerdings mehrere Stunden Freiflug am Tag.

004Foto: In großen Volieren auch Schwarmhaltung möglich – Augenring-Sperlingspapageien

Augenring-Sperlingspapageien gibt es nur in grün. Bei “bunten” Sperlingspapageien handelt es sich in der Regel um Blaugenick-Sperlingspapageien.

süßesperlis2Foto: Blaunacken

Diese sind in der Regel aktiver und neugieriger, aber auch deutlich aggressiver als Augenring-Sperlingspapageien und daher nicht in einen Sittichschwarm zu integrieren. Meist wird bei Blaunacken eine reine Paarhaltung empfohlen. Wer mehr über die Haltung von Sperlingspapageien erfahren möchte, sollte mal zum papageien-blog surfen!

So muss bei einer Haltung von Sperlingspapageien z. B. auch bedacht werden, dass diese nicht “frostfest” sind. Die Temperaturen in der Voliere sollte nicht unter 15 Grad abfallen. Von daher ist eine Haltung in reinen Außenvolieren nicht möglich.

 

Was tun im Urlaub?

Sommerzeit – Ferienzeit, und auch so mancher Sittichhalter wird Urlaub haben. Was tun?

Viele Vogelhalter verbringen ihre Ferien zuhause und freuen sich daran, dass sie endlich mal genügend Zeit für Ihre Tiere haben. Dies gilt besonders für Menschen mit großen Gärten, bei denen die Sittiche in Außenvolieren wohnen. Es macht Spaß, bei einem Eis oder einem Bierchen an warmen Sommerabenden draußen zu sitzen und die Zwitscherlinge in den Volieren zu beobachten. Viele Züchter haben über den Sommer Nachwuchs und somit auch besonders viel zu tun.

1411211Foto: Vogelnachwuchs macht auch Arbeit (hier: Bourkesittiche)

Andere Vogelhalter möchten aber auch gerne mal wegfahren. Was tun mit den Vögeln?

Am besten ist es, wenn man jemanden hat, der für die Zeit der Abwesenheit die Vögel zu Hause, in ihrer gewohnen Umgebung, versorgen kann. Diese Person sollte zumindest einmal am Tag kommen, die Wasser- und Futternäpfe reinigen und frisch befüllen. Bei Vögeln, die auch viel Obst bekommen müssen, sollte jemand besser zweimal am Tag kommen, damit die Obstreste abends wieder entfernt werden können und nicht vor sich hin modern. Gerade bei großer Hitze wird Obst schnell unappetitlich und zieht auch Ungeziefer wie Fruchtfliegen an, die sich schnell zu einer richtigen Plage auswachsen können. Für eine kurze Zeit ist es aber auch möglich, Vögel, die Pellets oder Extrudate kennen, durch die Urlaubsvertretung lediglich mit diesen versorgen zu lassen. In Pellets und in Extrudaten sind alle wichtigen Vitamine enthalten, so dass es keine Mängel gibt, wenn die Ernährung in der Ferienzeit mal ein bisschen einseitiger ausfällt. Ich gebe meinen Sittichen daher das Jahr über immer mal wieder Pellets als Ergänzungsfutter und stelle sie kurz vor dem Urlaub allmählich auf diese Fütterung um. Dies hat auch den Vorteil, dass die Voliere während der Urlaubsabwesenheit nicht so stark verschmutzt. Man kann aber auch für eine Zeitlang statt Obst überwiegend Gemüse und Grünfutter reichen lassen, welches in der Regel nur vertrocknet und es so keine Probleme gibt, wenn es erst am nächsten Tag aus der Voliere entnommen wird (z. B. Radieschen, Broccoli, Karotte, Löwenzahn). Wellen-, Nymphen- und Bourkesittichen kann man in der Urlaubszeit schon mal eine “Wüstenzeit” vorgaugeln und diese auch mal drei bis vier Wochen ganz ohne Frischfutter ernähren. Bei Katharinasittichen und Laufsittichen (ZIegensittichen, Springsittichen) würde ich auf die Variante mit Gemüse und Grünfutter gehen, da diese Arten mehr frisches Futter benötigen.

Für Käfigvögel ist es gut, wenn sie bei einem Verbleiben in der gewohnten Umgebung auch weiterhin ihren Freiflug erhalten können. Wenn dieser unbeaufsichtigt erfolgt, muss das Zimmer, in dem sie fliegen dürfen, vogelsicher sein, also keine Gefahren wie Ritzen hinter Schränken, giftige Pflanzen, Elektrokabel, o.ä. aufweisen. Ist dies nicht möglich, macht ein Verbleiben im Käfig für einige Tage auch nichts aus. Längere Urlaube von mehr als einer Woche Dauer sollten dann aber nicht geplant werden.

Wenn es nicht möglich ist, die Vögel zu Hause versorgen zu lassen, kann man sie auch zu einer Urlaubsbetreuung bringen. Dort sollten sie am besten in der gewohnten Voliere betreut werden. Es empfielt sich dann aber, die Tiere für den Transport in einer Transportbox unterzubringen, zumal die Volieren in der heutigen Zeit glücklicherweise sehr groß sind und zum Transport meist auseinandergebaut werden müssen. Es ist aber auch möglich, im Pflege-Zuhause die Tiere eine Zeitlang in einer anderen (meist kleineren) Voliere unterzubringen. Gut ist, wenn die Vögel dort dann auch ihren gewohnten Freiflug in der Wohnung erhalten können.

IMG_2079Foto: Der Transport sollte stets in einer Transportbox erfolgen

Vorsicht ist geboten, wenn an der Pflegestelle andere Vögel untergebracht sind, denn so können leicht ansteckende Krankheiten übertragen werden. Es sollte vorher durch einen vogelkundigen Tierarzt abgecheckt werden, dass alle Beteiligten gesund sind!

Wenn man seine Sittiche gut versorgt weiß, kann man auch als Vogelhalter unbesorgt einige Zeit in Urlaub verbringen!

383Foto: Auch Vogelhalter können in Urlaub fahren

Eine Alternative, die ich bis jetzt noch nicht angesprochen habe, ist, die Vögel mit in Urlaub zu nehmen. Dies ist aber auch die riskanteste Variante und sollte gut überlegt werden. Hier ist das größte Problem die klimatische Veränderung. So muss schon mal aufgepasst werden, dass die Tiere während der Fahrt keinen Hitzschlag, aber auch keinen Zug bekommen. In einem unklimatisierten Auto im Sommer nach Süditalien zu fahren, überlebt wahrscheinlich kein Sittich.

Auch vor Ort im Urlaubsdomizil muss für eine vernünftige Unterbringung gesorgt sein.

624Foto: Wellensittich am Wohnmobil

Dazu gehört ein ausreichend großer Käfig oder Freiflugmöglichkeit (z. B. in einer Ferienwohnung) und der Schutz vor extremen klimatischen Bedingungen, z. B. direkte Sonneneinstrahlung oder Zugluft. Es sollte wirklich gut überlegt werden, ob man seinen Vögeln eine Urlaubsreise, die meist mit viel Stress für diese verbunden ist, wirklich zumuten sollte, oder ob nicht doch eine Betreuung zu Hause die bessere Wahl ist!

166Foto: Graupapagei auf dem Campingplatz

 

Hilfe, mein Sittich hat ein Ei gelegt!

Ungewollte Eier, Dauerlegen, Dauerbrutigkeit, für viele Sittichhalter ein Problem. Besonders Ziegensittiche neigen dazu, aber auch alle anderen hier vorgestellten Sittiche können betroffen sein.

Was tun bei ungewollt brutlustigen Sittichen?

Es gibt ein paar Regeln, bei deren Beachtung man die Brutlust eindämmen kann. Diese leiten sich von der Tatsache ab, dass die Tiere in der freien Natur dann zur Brut schreiten, wenn die Lebensbedingungen gut sind, also z. B. direkt nach der Regenzeit, wenn es viel frisches Futter gibt, was gut zu verfüttern ist (z. B. halbreife Grassamen).

IMG_2214Foto: Keimfutter steigert die Brutlust

Wenn wir also etwas karger füttern, täuschen wir schlechte Zeiten vor, die für eine Brut nicht geeignet sind. Der Körper der Tiere reagiert entsprechend. Karges Futter bedeutet für unsere australischen Sittiche, dass lediglich Körnerfutter angeboten wird, und zwar in ausreichender Menge. Karg füttern bedeutet nicht hungern lassen! Je nach Intensität der Brutlust kann man einmal pro Woche zur Vitaminversorgung etwas Frischfutter reichen. Oder man greift auf ein Mutlivitaminpräparat zurück und bestreut das Körnerfutter ab und zu z. B. mit Korvimin oder Prime.

Bei unseren südamerikanischen Katharinasittichen können wir das Frischfutter nicht so stark einschränken wie bei den Australiern, da Kathis einfach einen höheren Frischkostanteil in der Ernährung haben müssen. Aber wir können von zuckerreichen Obstsorten auf Gemüse (z. B. Fenchel, Stangensellerie) oder auf getrocknetes Obst oder Gemüse (z. B. getrocknete Beeren) umstellen. Auch hier können wir die Menge etwas zurückfahren und dafür auf künstliche Vitamine zurückgreifen. Grundsätzlich bin ich zwar mehr für natürliche Vitamine, aber zur Senkung der übersteigerten Brutlust muss man diesen Kompromiss vielleicht manchmal eingehen.

Eine weitere Maßnahme zur Eindämmung der Brutlust ist das Verkürzen der Tageslichtlänge. Um den Tieren “Winter” vorzutäuschen, sollte der Tag nicht viel mehr als 10 Stunden haben. Das heißt, wir machen zum Beispiel morgens um 8 Uhr die Rolläden im Vogelzimmer auf und Nachmittags um 18 Uhr wieder runter. Wer Kunstlicht benutzt, kann auch mit einer Zeitschaltuhr arbeiten, was für berufstätige Halter, die schon früh aus dem Haus müssen, praktisch sein kann.

Hilfreich kann auch das Absenken der Temperatur im Vogelzimmer um einige Grad sein.

Diese Maßnahmen lassen sich natürlich schwer umsetzen, wenn die Voliere der Vögel im Wohnraum steht. Da müssen sich sonst vielleicht auch die Menschen auf nicht ganz so kuschelige Temperaturen im Wohnzimmer einstellen. Zum Verdunkeln kann man den Käfig abends mit einer leichten, undurchsichtigen Decke abdecken.

Auch helfen kann, wenn man bei Vögeln, die regelmäßig mit einer Blumenspritze abgeduscht werden, dies einstellt, um eine Trockenzeit vorzutäuschen. Entsprechend kann man die Badeschale kassieren und nur noch Trinkwasser in einem kleinen Napf anbieten. Wenn Tiere nicht regelmäßig geduscht werden, kann im Gegenteil ein Abduschen mit nur leicht lauwarmem Wasser den Bruttrieb senken. Also hier muss man ein bisschen individuell probieren, was besser ist.

Ganz wichtig ist, dass man keine Gegenstände in Reichweite der Tiere hat, die als Bruthöhlen benutzbar sind. Denn Bruthöhlen steigern den Bruttrieb ungemein. Das heißt, dass aber auch wirklich alles aus der Reichweite der Vögel entfernt werden muss, was auch nur im entferntesten an eine Bruthöhle erinnert, also nicht nur Nistkästen, sondern auch Korkröhren und sogar Spalten im Bücherregal.

IMG_3693Foto: Nymphensittich sucht Bruthöhle

Katharinasittiche, die Schlafhäuser oder ähnliches als Rückzugsmöglichkeit benötigen, dürfen nur solche Häuschen bekommen, die nicht umseitig geschlossen sind. Solche offenen Schlafhäuser kann man zum Beispiel aus einem Häuschen ohne Boden aus dem Nagerbedarf leicht selbst herstellen. Dazu bringt man das Häuschen an der Volierenwand an und befestigt innen einen Naturast zum Sitzen der Tiere. So können die Sittiche in dem Häuschen übernachten, mangels Boden kann jedoch keine Brut zustandekommen. In einem Vogelzimmer sind selbst Schlafkästen nicht unbedingt erforderlich, wenn es gelingt, den Katharinasittiche andere Rückzugsmöglichkeiten zu schaffen, z. B. hinter belaubten Ästen.

Hilfreich ist auch, die Tiere abzulenken und ihnen viel Beschäftigung zu bieten. Hier sind Beschäftigungen vorzuziehen, die mit Bewegung verbunden sind, z. B. Fliegen oder Klettern. Nagen kann kontraproduktiv sein, da dies gerade bei Wellensittichen oder Bourkesittichen den Bruttrieb erst auslösen kann. Dies bezieht sich vor allem auf das Nagen an Rindenstücken etc. Frische Äste wecken nach meiner Erfahrung keinen Bruttrieb und versorgen die kärger gefütterten Tiere mit zusätzlichen Mineralien, die unter der Rinde sitzen. Eine sehr gute Beschäftigungsmöglichkeit ist, die Tiere ihr Futter erarbeiten zu lassen, indem z. B. Gemüse an verschiedenen Plätzen in der Voliere aufgehängt wird und somit angeflogen und bearbeitet werden muss.

Apfel1Foto: Katharinasittich mit Apfel und Karotte

Soll man, wenn ein Ei gelegt wurde, einen Nistkasten anbieten?

Manchmal wird empfohlen, wenn eine Henne in der Voliere ein Ei fallen lässt, dieser einen Nistkasten zur Verfügung zu stellen. Sie soll dann leichter legen und keine Legenot bekommen. Fakt ist aber, dass, wenn die Henne bereits ein Ei in der Voliere fallen gelassen hat, sie offenbar ohnehin leicht legt und Legenot kein Problem darstellt. Ein Anbieten eines Kastens trägt dann zur Steigerung des Bruttriebs bei. Wenn die Henne das Ei auf dem Volierenboden ignoriert, sollten wir es daher einfach entfernen und die genannten Maßnahmen einleiten. Es ist auch nicht sonderlich schlimm, besorgniserregend oder bedenklich, wenn eine Henne ab und zu ein Ei fallen lässt, sondern völlig natürlich. Es zeigt, dass sich das Tier in guter Kondition befindet und sich wohl fühlt. Man sollte dann nur darauf achten, dass die Henne genug Kalzium und Vitamin D 3 bekommt. Kritisch wird es erst, wenn eine Henne wochenlang jeden zweiten Tag ein Ei legt und sich dies auch durch die genannten Maßnahmen nicht ändert. In einem solchen Fall sollte man die Strategie ändern, ebenfalls wenn die Henne versucht, die Eier auf dem Volierenboden zu bebrüten. Es kann in solchen Fällen tatsächlich helfen, die Tiere einige Zeit auf Kunststoffeiern brüten zu lassen.

BrütendFoto: Bourkesittichhenne brütet auf Kunststoffeiern

Spätestens nach vier Wochen, wenn der Schlupftermin überschritten ist, verlassen die Hennen dann meist von alleine ihr Gelege. Bei den auf dem Käfigboden brütenden Tieren kann man direkt dort die Eier gegen Kunststoffeier austauschen. Bei der dauerlegenden Henne, die den Eiern keine Beachtung schenkt, kann tatsächlich das Zurverfügungstellen eines Nistkastens das Dauerlegen stoppen, indem eine Brutphase an die Legephase anschließt. Im Nistkasten legt die Henne nur so lange, bis das Gelege vollständig ist (meist 6 Eier) und beginnt dann zu brüten. Auch hier müssen natürlich die Eier gegen Kunststoffeier ausgetauscht werden, wenn man keinen Nachwuchs möchte. Sind keine Kunststoffeier zur Hand, kann man die gelegten Eier auch kurz abkochen, auf Körpertemperatur abkühlen lassen, kennzeichnen (Bleistift) und wieder zurücklegen. Wichtig ist zu wissen, dass normalerweise jeden zweiten Tag ein Ei gelegt wird. Es muss also regelmäßig kontrolliert werden und neu dazugekommene Eier ebenfalls ausgetauscht oder abgekocht werden.

IMG_4663Foto: Wellensittichei in einem Karton

Wenn die Hennen direkt nach dem Aufgeben des Geleges wieder zu legen anfangen und sich weiterhin nicht stoppen lassen, sollte man einen vogelkundigen Tierarzt aufsuchen, der noch andere Maßnahmen ergreifen kann, z. B. Hormongaben.

Manche Halter denken auch, dass es hilft, die Vögel mal ein Gelege ausbrüten zu lassen. Dies ist aber ein Trugschluss. Im Gegenteil, Sittiche, die bereits erfolgreich Jungtiere groß gezogen haben, sind meist sehr viel schneller wieder in Brutstimmung.

Papageien oder Sittiche?

Papageien oder Sittiche, was ist eigentlich der Unterschied?

Viele sagen, die langschwänzigen Papageienvögel seien Sittiche, die kurzschwänzigen seien Papageien. Hier passt dann aber nicht, dass Aras ja lange Schwanzfedern haben und landläufig als der Inbegriff der Papageien gelten. Nun, in der Tat können Aras aber auch den Weiterlesen

Warum Vogellampen?

Ich habe für meine Sittiche zwei sogenannte Bird-Lamps installiert. Das sind Lampen, die zum einen durch spezielle Vorschaltgeräte flimmerfrei sind (normales elektrisches Licht wird vom Vogelauge als flimmernd empfunden, da es mehr Bilder pro Sekunde sieht als das menschliche Auge) und zum anderen enthält es auch UV-Strahlen. Ultraviolettes Licht ist für die Vögel Weiterlesen

Hilfe, meine Wellensittiche wollen nicht mehr in den Käfig!

Dass Freiflug für Sittiche wichtig ist, dürfte sich inzwischen herumgesprochen haben. Viele Vogelhalter gönnen ihren Schützlingen jedoch deshalb keine Flugstunden im Zimmer, weil sie Angst haben, die Tiere nachher nicht mehr in den Käfig oder in die Voliere zurück zu bekommen. Diese Angst muss nicht sein, wenn man ein paar grundlegende Dinge beachtet: Weiterlesen

Achtung, giftige Dämpfe!

Vor kurzer Zeit habe ich mir neue Pfannen angeschafft. Warum? Die alte hat doch eigentlich noch ganz gut ausgesehen:

004Das schon, zugegeben. Leider hat sie einen großen Nachteil: Sie ist mit Teflon beschichtet. Teflon ist die gängige Antihaft-Beschichtung, die dafür sorgt, dass in der Pfanne beim Braten nichts anhängt. Natürlich super für uns und unser Spiegelei, aber unter Umständen tödlich für Weiterlesen

Was macht eigentlich… das Veterinäramt?

Mal wird geschimpft, mal wird gelobt – aber was macht denn ein Veterinäramt eigentlich? Welche Aufgaben hat es? Welche Möglichkeiten und welche Grenzen? Dieser Frage bin ich für euch nachgegangen.

Die Veterinärämter sind normalerweise bei den Landratsämtern oder bei den kreisfreien Städten angesiedelt und haben vielfältige Aufgaben.

Für uns Heimtierhalter am meisten interessant ist, was die Veterinärämter im Bereich Weiterlesen

Hallo und willkommen in meinem Sittichschwarm!

So, nun hat die Seite allmählich ein Gesicht bekommen! Meine neue Sittichseite, in der die bisherige Wellensittichseite mit der Nymphensittichseite zusammengefasst wird.

Auch über weitere Sitticharten und viele Themen rund um die Haltung und Zucht will ich berichten.

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