blu-i2

Kathies Extras

Katharinasittiche sind in der Haltung ähnlich wie die anderen hier beschriebenen Sittiche, weshalb die allgemeinen Haltungshinweise hier beachtet werden können. Dennoch haben sie die eine oder andere Besonderheit, die ich hier darstellen möchte.

Dies fängt schon bei der Ernährung an. Im Gegensatz zu den meisten australischen Sittiche benötigen Katharinasittiche einen höheren Frischfutteranteil. Das Verhältnis Körnerfutter zu Frischfutter sollte 50:50 betragen. Dabei ist Frischfutter nicht nur Obst, sondern auch Gemüse (Karotten, Gurke, Paprika, Fenchel, Stangensellerie, Radieschen, etc.), Grünfutter (Löwenzahn, Gräser, Kräuter, etc.) sowie frische Zweige, die gerne entrindet werden.

Dabei lässt sich sehr viel Nahrung für Katharinasittiche in der freien Natur sammeln (Vorsicht vor gespritzten Pflanzen, Pflanzen an vielbefahrenen Straßen und verschmutzten Pflanzen, z.B. Wildvogelkot oder Hundekot!). Ebereschenbeeren, Hagebutten, frische Zweige von der Haselnuss oder von Obstbäumen, Pappel oder Weide, Grünfutter wie Löwenzahn, Spitzwegerich und vor allem die Samenstände unserer heimischen Gräser in allen Reifestadien. Es gibt im Sommerhalbjahr keinen Spaziergang, bei dem ich nicht etwas für meine Kathies mit nach Hause bringe. Die Mitbringsel werden immer mit großer Begeisterung angenommen. Im Winter gibt man gekauftes Obst und Gemüse oder auch getrocknete Beeren.

GräserFoto: Katharinasittiche lieben Gräser

Eine weitere Besonderheit ist ihre spezielle Sitzhaltung. Katharinasittiche haben es gerne “kopfüber”, egal ob am Gitter oder auf der Sitzstange.

shängenFoto: Katharinasittiche sind gerne “kopfüber”

Kein Grund zur Beunruhigung! Weder bei einer Kopfüber-Stellung noch bei ihrer meist etwas geduckten Sitzhaltung, die man vielleicht bei manchen anderen Sittichen als Zeichen des Unwohlseins oder zumindest als “Hab-Acht-Stellung” werten müsste.

sitzenFoto: Katharinasittiche sitzen gerne etwas “geduckt”

Eine weitere Besonderheit sind die gelben oder weißen (bei Tieren der Blaureihe) Federn, die die Tiere im Laufe der Jahre am Kopf bekommen. Bei manchen geht dies schon als relativ junges Tier los, bei anderen erst später oder gar nicht. Meistens nehmen die andersfarbigen Federn mit dem Alter zu. Dies ist normal und kein Grund zur Beunruhigung. Es ist aber auch keine “Scheckung”, die sich entsprechend weitervererben und verstärken lässt.

gelbe KopffederFoto: Bereits im Alter von einem Jahr hat dieser Vogel einen gelben Fleck am Kopf

Ebenfalls als Besonderheit würde ich die geringe Fluchtdistanz der Katharinasittiche bezeichnen. Man kann sich ihnen oft bis auf einen Abstand von wenigen Zentimetern nähern, bevor sie davonfliegen. Dann allerdings kann dies sehr ungestüm und blindlings geschehen, und schon so mancher Kathi hat sich den Schädel eingerannt. Also aufpassen!

Eine weitere Besonderheit ist die Ino-Phobie, die zwar bei anderen Sittichen auch vorkommen kann, aber bei Kathies doch verhältnismäßig verbreitet ist. Was hat es damit auf sich? Es bedeutet, dass andersfarbige Tiere eine Angst oder Abneigung gegenüber Lutinos (gelbe Tiere mit roten Augen) oder Creminos (cremefarbene Tiere mit roten Augen) haben. Albinos, also rein weiße Tiere mit roten Augen, gibt es bei den Katharinasittichen gar nicht. Bei Elterntieren mit dieser Ino-Phobie kann passieren, dass Küken, sobald sie die Augen öffnen und das rote Auge erkennbar ist, von den Eltern aus dem Nistkasten geworfen oder getötet werden. Auch bei der Vergesellschaftung von Katharinasittichen miteinander kann die Ino-Phobie relevant sein. Normalerweise sind Vergesellschaftungen bei Katharinasittichen relativ unproblematisch, da es sich um sehr soziale Vögel handelt. Wenn man aber z. B. einen grünen Vogel mit einen gelben zusammensetzen möchte, kann es passieren, dass der gelbe vom grünen nicht akzeptiert und sogar angegriffen wird. Mit der Zeit kann man die Tiere meistens schon aneinander gewöhnen. Wenn in einem Schwarm bereits Inos (Lutinos oder Creminos) vorhanden sind, macht das Zusetzen von weiteren Rotaugen meist keine Probleme.

Einen Unterschied zu den australischen Sittichen bildet die Tatsache, dass Katharinasittiche Höhlenschläfer sind und somit Schlafhäuschen zum Übernachten benötigen. Um zu verhindern, dass die Tiere brutlustig werden, sollte man zu diesem Zweck nicht unbedingt Nistkästen anbieten, sondern besser Kästen, die teilweise offen sind. Viele Kathi-Halter benutzen Häuschen für Nager ohne Boden, in die sie eine Sitzstange einsetzen und sie in der Voliere aufhängen. Man kann aber auch bei einem Nistkasten die Seitenwände heraussägen. Dies hat den Vorteil, dass die Kathies so die Möglichkeit haben, auf einem Brett sitzend zu schlafen, was sie sehr mögen. Eine andere Möglichkeit ist das Einbringen von Korkröhren oder ausgehöhlten Baumstämmen, die als Schaukel im Internet bestellt werden können.

BaumschaukelFoto: Auch eine solche Schaukel bietet sich als Schlafhöhle für Kathies an

Es gibt also allerlei Möglichkeiten, höhlenähnliche Schlafplätze für Katharinasittiche anzubieten. Am besten ist, wenn mehrere Arten in der Voliere vorhanden sind, und die Vögel selbst wählen können, wo und wie sie am liebsten schlafen wollen. Meist quetscht sich der gesamte Schwarm in eine Höhle, es gibt aber auch hin und wieder Paare, die sich ihr eigenes Plätzchen suchen. Also gut, wenn es ein bisschen Auswahl gibt!

Manche Katharinasittiche baden gerne in einer flachen Badeschale, viele lieben es, sich mit einer feinen Blumenspritze (die nur für diesen Zweck verwendet wird) abduschen zu lassen. Wieviel Spaß sie dabei haben, sehen wir im folgenden Video:

Besonders der Blaue ist eine richtige Wasserratte, wie man sieht!

Dass Katharinasittiche auch zahm werden können, wird hier beschrieben.