Zahm im Schwarm

Zum Thema “zahm”: Katharinasittiche werden relativ schnell nach der Anschaffung als zutraulich empfunden. Dies hat mit ihrer geringen Fluchtdistanz zu tun – man kann sich ihnen, auch wenn sie nicht zahm sind, relativ weit annähern, ohne dass sie gleich aufflattern. Dies kann eventuellen Zähmungsversuchen entgegenkommen, da es leicht gelingt, sie mit Leckerchen zu locken.

Zum Thema “Schwarm”: Wie bei allen Sittichen und Papageien ist auch bei Katharinasittichen eine Einzelhaltung nicht zulässig, da Tierquälerei. Katharinasittiche fühlen sich am wohlsten im Kleinschwarm, so ab 4 – 6 Tieren.

zwei PaareFoto: Kathies hält man am besten paarweise oder im Kleinschwarm

Sittiche, die einzeln gehalten werden, schließen sich oftmals eng an den Menschen an, dies ist aber keinem “Zähmen” zu verdanken, sondern einfach aus der Not geboren, da sie keinen Artgenossen haben. Selbst wenn der Mensch mehr oder weniger den ganzen Tag zu Hause ist (z. B. Rentner), ist dies für einen Sittich keine artgerechte Haltung. Daher bitte unbedingt immer zwei oder mehr Kathies halten! Die Tiere werden wesentlich zufriedener, neugieriger und aktiver sein und können auch so schnell zutraulich werden, insbesondere dann, wenn es sich um Jungtiere handelt.

schmusenFoto: Katharinasittiche brauchen arteigene Gesellschaft

Bei Katharinasittichen ist es nicht erforderlich, Junge mit der Hand aufzuziehen, um zahmen Nachwuchs zu erhalten. Auch elternaufgezogene Küken kann man nach dem Ausfliegen zahm bekommen, besonders wenn sie beim Züchter schon engeren Menschenkontakt hatten und nicht aus einer großen, eher anonymen Zuchtanlage stammen. Handaufzuchten sollten daher nur dann durchgeführt werden, wenn es nicht anders geht, z. B. weil die Elterntiere nicht füttern und keine Ammenvögel zur Verfügung stehen. Gerade bei Katharinasittichen ist es normalerweise so, dass sich in einem Schwarm auch andere Tiere als die Eltern der Kleinen annehmen. Handaufzuchten bei Katharinasittichen bergen ähnliche Risiken wie bei anderen Papageienvögeln (siehe auch hier), wenn man die Küken jedoch zeitnah nach dem futterfest werden in einen Schwarm integriert, haben sie die Chance auf ein normales Vogelleben, ohne negative Auswirkungen einer Fehlprägung.

Gerade bei Katharinasittichen ist die Bindung an die Artgenossen sehr stark. Sie sind also eher wenig darauf angewiesen, dass man sich als Halter mit ihnen beschäftigt, sondern sind sich auch selbst genug.