Sittiche für Kinder?

Meist sind es ja die Kinder, die sich ein Haustier wünschen. Oft hört man aber, dass Vögel für Kinder als Haustiere ungeeignet sind. Stimmt das?

Natürlich sind Sittiche keine Kuscheltiere, auch zahme Sittiche nicht. Sie sollen nicht unvermittelt oder grob angefasst werden. Auch der Käfig muss vor Klopfen, Rütteln, fliegenden Spielzeugen usw. sicher sein. Wenn Papageienvögel und kleinere Kinder in einem Haushalt leben, ist es die Aufgabe der Eltern, dafür zu sorgen, dass die Vögel von den Kindern nicht unzumutbar belästigt werden.

Ab dem Grundschulalter wollen viele Kinder gerne ein Haustier, welches sie selber versorgen möchten. Dass dieses “selbst versorgen” von den Eltern überwacht und unter Umständen auch mal übernommen werden muss, sollte sich von selbst verstehen. Die Eltern sind letztlich für die Tiere verantwortlich und sollten sich dessen vor der Anschaffung bewusst sein.

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Sollen Kinder nun statt Vögeln lieber ein Tier bekommen, was sich zum Kuscheln eignet? Da stellt sich die Frage, welche Tiere denn überhaupt zum Kuscheln geeignet sind (abgesehen von Stofftieren). Meiner Meinung nach muss jedes Tier zunächst an das Angefasstwerden durch den Menschen gewöhnt werden, also auf eine gewisse Weise gezähmt werden. Ich finde es katastrophal, wenn Meerschweinchen, Hamster oder Zwergkaninchen unvermittelt aus ihrem Käfig gezogen werden, um zwangsgestreichelt zu werden. Wenn man sich für ein Kleintier entscheidet, sollte das Kind also ohnehin lernen, dass ein Anfassen gegen den Willen des Tieres tabu ist und das Tier erst vorsichtig mit Geduld gezähmt werden sollte. Und ob man dazu bei einem Wellensittich oder Nymphensittich mehr Geduld braucht als bei einem Goldhamster, das hängt sicher auch mit vom einzelnen Tier ab, bzw. von den Umständen, unter denen es aufgewachsen ist. Meiner Meinung nach kann ein Grundschulkind, je nach Temperament und Einsicht, so ab ca. 8 Jahren, durchaus für zwei Sittiche sorgen und viel Freude an diesen Tieren haben!

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Was ist zu beachten? Aufgrund ihrer Größe und ihres Stoffwechsels können Sittiche, je kleiner desto mehr, keine größere Zeit ohne Nahrung und Wasser auskommen. Sie müssen daher ganz zuverlässig täglich versorgt werden. Dies muss natürlich von Seiten der Eltern im Auge behalten werden. Beim Reinigen der Kotschublade einmal in der Woche sollten die Eltern den Kindern je nach Alter zumindest anfangs Hilfestellung leisten.

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Was können die Kinder nun rund um die Sittiche anfangen?

Welchen Unterhaltungswert haben Sittiche für Kinder? Es gibt eine ganze Menge Dinge, die mit Kindern rund um die Vögel, abgesehen von der täglichen Versorgung und der direkten Beschäftigung mit den Tieren, unternommen werden können:

  • Anpflanzen von Vogelfutter in Blumentöpfen oder im Garten
  • Bauen von Kletterplätzen im Freiflugbereich der Vögel
  • Basteln von Sittich-Spielzeug
  • Sammeln und Bestimmen von Futterpflanzen
  • Beibringen von kleinen Kunststückchen
  • Vorpfeifen – Vorsprechen
  • die Käfigeinrichtung variieren
  • Sammeln der Federn während der Mauser
  • Basteln mit den Federn
  • Herstellung von Quell- oder Keimfutter

und vieles mehr. Das Schöne daran ist, das alles ist kein Muss. Das heißt, in den Wochen, in denen sonst viel los ist, kann man sich auf das tägliche Versorgen und die tägliche Zuwendung beschränken. In den Ferien oder zu Zeiten, wo mehr Langeweile herrscht, kann die Familie sich dagegen auch mal richtig ausgiebig um die Sittiche und ihre Versorgung kümmern, indem gegärtnert oder gebastelt wird, Spaziergänge zum Sammeln und Bestimmen von Gräsern gemacht, Spielplätze gebaut werden oder Keimfutter hergestellt wird. Das macht die Haltung der Sittiche so vielseitig und flexibel!

Welche Sittiche sind für Kinder besonders geeignet?

Ich empfehle Wellensittiche oder Laufsittiche (Ziegensittich, Springsittich). Wellensittiche sind von der Haltung her relativ unkompliziert und zudem recht neugierig und verspielt, zumindest wenn sie zu mehreren gehalten werden. Laufsittiche sind mega aktiv und von daher für Kinder interessant zu beobachten. Auch bleiben sie aufgrund ihrer großen Neugierde nicht lange scheu, sondern landen auch schnell mal freiwillig auf dem Schreibtisch oder auf der Schulter, um dort mal die Lage zu checken. Schnell werden Leckerbissen auch aus der Hand angenommen.

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