Welcher Sittich?

Welcher Sittich passt zu mir – oder besser gesagt, welche Sittiche, denn Einzelhaltung ist tabu, egal für welche Art man sich entscheidet.

Wer in das Hobby Sittich- oder Papageienhaltung einsteigen möchte, hat die Qual der Wahl. Es gibt ungefähr 330 verschiedene Papageienvögel. Hier sind allerdings die Großpapageien, Kakadus und Loris mit eingerechnet, die sich für eine Haltung in Privathaushalten zum größten Teil nicht eignen, da dort deren Bedürfnisse nicht zu erfüllen sind.

Amazone8Foto: Amazonen und andere Großpapageien sind in der Haltung anspruchsvoll

Auch von den dann immer noch verbleibenden ca. 120 Sitticharten scheidet ein Großteil aus, da sie für eine Wohnungshaltung zu groß, zu laut oder aus sonstigen Gründen zu anspruchsvoll sind.

233Foto: Sonnensittiche sind extrem laut (Zoolog.-Botan. Garten Wilhelma, Stuttgart)

Viele zukünftige Vogelhalter wollen aber nicht unbedingt Wellensittiche, da ihnen dies zu normal und zu wenig spektakulär ist. Das ist schade, denn Wellensittiche gehören zu den Sittichen, die in Wohnungen recht einfach und dennoch tierfreundlich gehalten werden können und mit denen man viel Freude haben kann. Die Wahl von irgendwelchen exotischen Sittichen oder großen Papageien führt nicht selten zu Problemen, die nachher mit der Abgabe der Tiere enden.

Natürlich gibt es aber auch außer Wellensittichen noch Sitticharten, die genauso gut für die Wohnungshaltung geeignet sind. Hier möchte ich entsprechende Hinweise geben und vor allem die einzelnen Arten stichwortartig vorstellen, so dass sich Interessierte einen ersten Eindruck verschaffen können. Es geht mir in erster Linie darum, darauf hinzweisen, welche Vögel besonders laut oder zerstörerisch sind und ob sie für eine Schwarmhaltung geeignet sind. Bourkesittich 38Foto: Bourkesittiche sind für eine Schwarmhaltung geeignet

Die Arten, die ich vorstelle, werden teils häufig, teils gelegentlich bereits als Haustiere gehalten. Arten, die für die Haustierhaltung weniger eine Rolle spielen, habe ich außen vor gelassen.

Wenn Sie eine Vorstellung bekommen haben, welcher Sittich oder Papagei zu Ihnen und Ihren Bedingungen zu Hause passen könnte, sollten Sie aber unbedingt noch weitere Literatur zu Rate ziehen, da hier wie gesagt nur ein kurzer Abriss als erste Entscheidungshilfe gegeben werden soll. Sittiche und Papageien werden zum Teil viele Jahrzehnte alt, daher sollte die Anschaffung gut überdacht und vorbereitet werden!

Wenn Sie sich für eine Art entschieden haben, die Vögel sind bei Ihnen eingezogen sind und sich plötzlich doch anders als gedacht erweisen, dann sollten Sie nicht hadern, sondern Ihren Tieren dies zugestehen. Tiere sind Lebewesen, ein jedes ist einzigartig, und sie richten sich vielfach nicht nach Beschreibungen im Internet oder in Büchern. Wenn Sie daher ihre Tiere haben, ist es nicht mehr wichtig, im Internet zu gucken, wie sie “sein sollten”, sondern die eigenen Tiere zu beobachten, wie sie sind! Zu gucken, was sie brauchen und wie wir ihnen das Leben noch lebenswerter machen können.

Es macht auch in den wenigsten Fällen Sinn, sich anhand der vielfältigen Liste noch weitere Arten heraussuchen zu wollen und dazuzunehmen. Auch wenn es manche Arten gibt, die in artgemischten Schwärmen gehalten werden können, ist es normalerweise besser, sich auf eine Art zu konzentrieren. Denn ein arteigener Schwarm ist für die meisten Tiere doch viel schöner! Wer also zwei Katharinasittiche sein eigen nennt und über eine Aufstockung nachdenkt, sollte unbedingt ein weiteres Pärchen Katharinasittiche dazunehmen und nicht etwa ein Pärchen Bourkesittiche! Es sollten immer die Bedürfnisse des Tieres mehr zählen als der eigene Egoismus!

Deshalb hoffe ich, dass die folgende Aufstellung nicht Wünsche weckt, die den Interessen der Tiere zuwiderlaufen, sondern dass sie vernünftig vor der ersten Anschaffung genutzt wird und dass die gewonnenen Erkenntnisse anschließend mit weiterem Lesen untermauert werden! Fangen wir an:

Australische Sittiche

Zugegebenermaßen gehören die Australischen Sittiche mit zu meinen Lieblingen. Viele sind relativ pflegeleicht, nicht zuletzt weil sie großteils aus trockenen Klimaregionen kommen und daher hauptsächlich auf das Fressen von Saaten spezialisiert sind. Sie sind somit zum Einen ernährungstechnisch leicht zufriedenzustellen, zum Anderen sind auch die Ausscheidungen schnell trocknend und verhältnismäßig leicht zu entfernen. Auch kann man sie in der Regel ohne zusätzliche Luftbefeuchtung halten. Je nach Größe “passen” sie mit ihren Zimmervolieren und Freiflugbedürfnissen auch in Etagenwohnungen. Und es gibt durchaus auch leise Arten, die sich für hellhörigere Mietwohnungen eignen können. Viele haben sich auch mit dem hiesigen Klima mittlerweile so gut arrangiert, dass man sie auch in einer Außenvoliere mit angeschlossenem frostfreiem Schutzhaus ganzjährig halten kann. Also schon eine große Vielfalt, wo man fündig werden kann!

Wellensittiche

  • werden am besten im Schwarm, ab vier Vögeln, gehalten
  • nicht übermäßig laut, jedoch den ganzen Tag ununterbrochen am Zwitschern, was nerven kann
  • neugierig und aktiv, können leicht zutraulich werden
  • Haltung auch in Außenvoliere mit frostfreiem Schutzhaus ganzjährig möglich

IMG_2175Foto: Wellensittiche

Nymphensittiche

  • friedlich, Schwarmhaltung möglich, auch zusammen mit anderen friedlichen Arten
  • Koloniebrut möglich in ausreichend großer Voliere.
  • können relativ laut und schrill rufen, tun dies aber nur phasenweise
  • können zutraulich werden
  • viel Gefiederstaub
  • Haltung auch in Außenvoliere mit frostfreiem Schutzhaus ganzjährig möglich

IMG_3525Foto: Nymphensittiche

Grassittiche / Neophemen (Schönsittiche, Glanzsittiche, Schmucksittiche, Feinsittiche)

  • friedlich, Schwarmhaltung möglich, auch mit anderen friedlichen Arten
  • teilweise sehr farbenfroh, besonders Schön- und Glanzsittiche mit vielen Mutationen, gut geeignet für einen bunten Sittichschwarm in einer großen Voliere
  • leise
  • halten sich viel am Boden auf
  • keine Holzzerstörer

Bourkesittiche

  • friedlich, Schwarmhaltung möglich, auch mit anderen friedlichen Arten
  • Koloniebrut möglich
  • können etwas zutraulich werden
  • leise
  • halten sich viel am Boden auf
  • keine Holzzerstörer
  • dämmerungsaktiv

bourkesittiche 7Foto: Bourkesittiche

Laufsittiche (Ziegensittich, Springsittich)

  • sehr lebhaft, ständig in Bewegung, neugierig, daher sehr interessant zu beobachten
  • Unbeaufsichtigter Freiflug aufgrund ihrer Neugierde nicht empfehlenswert
  • meckernde, nicht allzu laute und nicht allzu häufig vorkommende Lautäußerungen, Ziegensittiche sind lauter als Springsittiche
  • Schwarmhaltung möglich, auch mit anderen friedlichen Arten, zumindest außerhalb der Brutzeit
  • werden relativ gut zahm, kommen aufgrund ihrer Neugierde recht schnell von selbst auf die Menschen zu (fliegen allerdings auch schnell wieder weiter. Keine Kraulvögel!)
  • Brauchen aufgrund ihrer Aktivität viel Beschäftigung(smaterial)
  • halten sich viel am Boden auf (vor allem Ziegensittiche)
  • Baden gerne
  • hoher Reinigungsaufwand aufgrund ihrer Gewohnheit, zu scharren.

Prachtsittiche (Schildsittich, Bergsittich, Princess-of-Wales Sittich)

  • brauchen viel Platz zum Fliegen
  • können zutraulich werden
  • können laut schreien (außer dem Schildsittich, hier hält sich die Lautstärke in Grenzen)
  • Schwarmhaltung möglich, auch mit anderen friedlichen Arten
  • keine Holzzerstörer

071Foto: Schildsittiche können sehr gut im Schwarm gehalten werden

Australische Königssittiche

Die Könige unter den australischen Sittichen, schon allein durch ihre imposante Größe und Farbe!

  • nur Paarhaltung, keine Schwarmhaltung
  • keine Holzzerstörer
  • nicht übermäßig laut, aber auch nicht unbedingt als leise zu bezeichnen
  • werden sehr leicht zahm. Selbst freilebende Königssittiche nähern sich den Menschen und werden zutraulich
  • brauchen sehr viel Platz zum Fliegen, Voliere oder Vogelzimmer mit einer Länge von mind. 6 m ist erforderlich!
  • halten sich viel am Boden auf

074Foto: Männliche austalische Königssittiche sind sehr imposant

Rosellasittiche, Prachtrosella, Blasskopfrosella

  • nur Paarhaltung, keine Schwarmhaltung
  • können laut rufen
  • keine Holzzerstörer

092Foto: Rosellasittich (Zoolog.-Botan. Garten Wilhelma, Stuttgart)

Stanleysittiche (auch: Gelbwangenrosella)

  • Schwarmhaltung kann funktionieren, besser jedoch Paarhaltung
  • halten sich gerne am Boden auf
  • keine Holzzerstörer

Pennantsittiche

  • nur Paarhaltung, keine Schwarmhaltung
  • können zutraulich werden
  • können laut rufen
  • halten sich viel am Boden auf

Singsittiche

  • keine Holzzerstörer
  • können zutraulich werden (eher selten)
  • Schwarmhaltung schwierig, nicht ratsam
  • singen nicht nur, sondern können auch mal laut rufen

Asiatische und Afrikanische Sittiche

Halsbandsittiche

  • brauchen viel Platz
  • können zutraulich werden
  • Schwarmhaltung möglich
  • laut, schrill

Pflaumenkopfsittiche

  • brauchen viel Platz
  • können zutraulich werden
  • Schwarmhaltung möglich, auch mit anderen friedlichen Arten
  • können laut rufen
  • keine Holzzerstörer

Südamerikanische Sittiche:

Südamerikanische Sittiche sind in der Haltung meist anspruchsvoller als die australischen Arten, da sie als Urwaldbewohner eine höhere Luftfeuchtigkeit benötigen. Bei reiner Wohnungshaltung ist bei manchen Arten daher zumindest in den Wintermonaten ein Luftbefeuchter ratsam. Viele südamerikanischen Sittiche schlafen auch außerhalb der Brutzeit gerne in Kästen. Man sollte dafür spezielle Schlafkästen ohne Böden verwenden, wenn eine Vermehrung nicht gewünscht ist. Von der Ernährung her benötigen sie neben einem geeigneten Körnerfutter zusätzlich auch viel frisches Obst oder Gemüse. Ihre Haltung ist daher mit einem größeren Reinigungsaufwand verbunden (Obstreste, weichere “Häufchen”).

Katharinasittiche

  • relativ leise
  • keine Holzzerstörer
  • Schwarmhaltung empfehlenswert, am besten im Kleinschwarm ab 6 Tieren, bei entsprechend großer Voliere. Vergesellschaftung auch mit anderen friedlichen Arten möglich
  • Koloniebrut gut möglich
  • können zutraulich werden
  • große, eher feuchte Kothaufen

Aymarasittiche

  • leise
  • keine Holzzerstörer
  • können etwas zutraulich werden
  • Schwarmhaltung möglich, auch mit anderen friedlichen Arten

AymarasitticheFoto: Aymarasittiche

Mönchssittiche

  • durchgehende knatternde Geräusche, die viele Menschen als unangenehm empfinden
  • können zutraulich werden

Mönchssittich-300x225Foto: Mönchssittich (Zoolog.-Botan. Garten Wilhelma, Stuttgart)

Goldsittiche

  • sehr verspielt, können leicht zutraulich werden
  • neugieriges Wesen führt leicht zur Zerstörung von Gegenständen
  • brauchen viel Beschäftigung(smaterial)
  • sehr laut
  • Schwarmhaltung möglich
  • brauchen viel Platz

Sonnensittiche

  • sehr laut
  • können zutraulich werden
  • Schwarmhaltung möglich
  • brauchen viel Platz

SonnensitticheFoto: Sonnensittiche

Rotbauchsittiche

  • relativ laut
  • können zutraulich werden
  • Schwarmhaltung oft schwierig
  • keine großen Holzzerstörer

RotbauchsittichFoto: Rotbauchsittich

Braunohrsittiche, Weißohrsittiche

  • relativ laut
  • können zutraulich werden
  • Schwarmhaltung oft schwierig
  • keine großen Holzzerstörer

Kleinere Papageien

Es gibt auch einige kleinere Papageienarten, die sich relativ gut auch in Privathaushalten halten lassen:

Sperlingspapageien

  • entweder paarweise oder größerer arteigener Schwarm ab drei Paare in entsprechend großer Voliere (außerhalb Brutzeit!). Zwei Paare zusammen zu halten geht meist nicht gut!
  • es gibt verschiedene Unterarten, die man nicht gemeinsam halten kann. Für eine Unterart entscheiden! Am “buntesten” mit vielen Mutationen sind die Blaugenick-Sperlingspapageien, diese sind auch am häufigsten zu bekommen.
  • sehr neugierig und aktiv und von daher gut für die Haustierhaltung geeignet. Blaugenick-Sperlis können allerdings auch recht aggressiv sein und nagen gerne. Relativ friedlich sind dagegen die Augenring-Sperlingspapageien.
  • können zutraulich werden, junge Tiere kann man sehr zahm bekommen.

Geschlechtsunterscheidung SperlingspapageiFoto: Blaugenick-Sperlingspapageien gibt es in verschiedenen Farben

Agaporniden

  • Schwarmhaltung empfohlen
  • laut
  • starke Nager

Großpapageien

Großpapageien können in normalen Etagenwohnungen kaum artgerecht gehalten werden. Es empfiehlt sich eine Haltung in großen Volieren, denen möglichst eine Außenvoliere angeschlossen ist. Die Tiere haben zum Großteil ein Bedürfnis nach hoher Luftfeuchtigkeit bzw. frischer Luft und müssen auch fliegen können. In Wohnungen machen sie beim Freiflug in kurzen unbeobachteten Momenten schnell viel kaputt. Das Bild des zahmen Papageis auf der Schulter weckt falsche Haltungswünsche. Papageien sind keine Freunde oder Kumpels, sondern Wildtiere mit ihren eigenen Bedürfnissen, denen die Halter gerecht werden müssen. Sie möchten nicht mit dem Menschen kuscheln, sondern mit Artgenossen. Auf der Schulter sollte man sie möglichst gar nicht Platz nehmen lassen, da dies zu Bissverletzungen im Gesicht führen kann. Papageienhaltung ist ein aufwändiges Hobby, welches viel Geld und Zeit (hoher Putzaufwand) kostet. Probleme, z. B. bei der Vergesellschaftung, sind häufig. Die Lebensbedingungen der Halter müssen sich an den Bedürfnissen der Vögel ausrichten und sind oft eingeschränkt. Dessen sollte man sich vor der Anschaffung der Tiere bewußt sein. Da die Ernährung von Papageien einen hohen Obstanteil enthalten soll, ist in der Regel ein hoher Reinigungsaufwand notwendig (verteilte Obstreste, weiche, große Kothaufen)

Langflügelpapageien (Mohrenkopfpapagei, Goldbugpapagei, Rüppells Papagei, Grüner Kongopapagei, Rotbauchpapagei)

  • nur paarweise Haltung, keine Schwarmhaltung!
  • relativ laut, schrill
  • brauchen viel Beschäftigung(smaterial)
  • können zutraulich werden, sind vom Wesen her zunächst aber eher schreckhaft
  • relativ klein
  • schwierig zu verpartnern

Mohrenkopfpapagei (2)Foto: Mohrenkopfpapagei

Graupapageien

  • sehr sensibel, Neigung zum Rupfen
  • hochintelligent
  • brauchen viel Beschäftigung(smaterial)
  • laut
  • Schwarmhaltung möglich
  • können zutraulich werden
  • viel Gefiederstaub
  • brauchen Platz

GraupapageienFoto: Graupapageien

Weißbauchpapageien (Grünzügelpapagei, Rostkappenpapagei)

  • relativ laut, schrill
  • sehr verspielt, können zutraulich werden, beißen aber gerne mal
  • brauchen viel Beschäftigung(smaterial)
  • Schwarmhaltung schwierig, wenn, dann nur arteigen
  • relativ klein

Zwergaras

  • brauchen viel Platz
  • sehr laut
  • brauchen viel Beschäftigung(smaterial)
  • Haltung im arteigenen Schwarm möglich
  • können zutraulich werden

221Foto: Hahns Zwergaras (Zoolog.-Botan. Garten Wilhelma, Stuttgart)

Aras

  • sehr großer Platzbedarf, Wohnungshaltung nicht empfehlenswert!
  • sehr laut
  • sensibel, Neigung zum Rupfen
  • brauchen viel Beschäftigung(smaterial)
  • Schwarmhaltung möglich
  • können zutraulich werden

209Foto: Gelbbrustara (Zoolog.-Botan. Garten Wilhelma, Stuttgart)

Maximilianpapageien, Schwarzohrpapageien

  • Schwarmhaltung möglich
  • werden leicht zutraulich
  • Krankheitsanfällig (Aspergilloseneigung)
  • brauchen Platz
  • brauchen viel Beschäftigung(smaterial)

Amazonen

  • Schwarmhaltung manchmal möglich, allerdings nur außerhalb der Brutzeit, da brutlustige Amazonen sehr aggressiv werden können
  • werden leicht zutraulich, nicht schreckhaft
  • zur Brutzeit zuweilen sehr aggressiv, weshalb die Haltung eine Möglichkeit bieten sollte, die Vögel zu versorgen, ohne Zutritt nehmen zu müssen (kein Vogelzimmer o.ä.)
  • sehr laut
  • brauchen Platz
  • brauchen viel Beschäftigung(smaterial)
  • relativ robust
  • die verschiedenen Arten können sich charakterlich unterscheiden
  • neigen zu Übergewicht

Amazone10Foto: Amazonen

Edelpapageien

  • Paarhaltung oder manchmal besser zwei Hähne mit einer Henne
  • können zutraulich werden
  • laut
  • brauchen viel Platz

Kakadus

  • Verpaarungen oft sehr schwierig
  • Neigung zur Aggressivität
  • sehr zerstörerisch
  • sehr laut
  • können zutraulich werden
  • brauchen viel Beschäftigung(smaterial)
  • viel Gefiederstaub
  • brauchen viel Platz

Rosakakadu

  • leichter zu halten als die anderen Kakaduarten
  • laut
  • brauchen viel Platz
  • halten sich gerne am Boden auf
  • viel Gefiederstaub
  • Schwarmhaltung möglich

RosakakaduFoto: Rosakakadu

Gerade Amazonen, Edelpapageien, Aras und Kakadus, aber auch Graupapageien, sind in der Haltung sehr anspruchsvoll und sollten niemals übereilt und unüberlegt angeschafft werden! Auch die kleineren Arten wie Mohrenkopfpapageien oder Weißbauchpapageien sind in der Haltung nicht einfach und werden oft unterschätzt.

Loris

  • neugierig und sehr verspielt, werden leicht zutraulich
  • anspruchsvolle Ernährung (Nektarfressend)
  • für eine Wohnungshaltung nahezu ungeeignet, da die dünnflüssigen Ausscheidungen verspritzt werden (“scheißt die Wand an”)

Ich weise nochmals darauf hin, dass dieser kurze Abriss nur als Einstieg in eine Entscheidungsfindung dienen soll. Weitergehende Informationen sind vor einer Anschaffung unbedingt notwendig!

Wenn ich vermerkt habe, dass eine Sittich- oder Papageienart zutraulich werden kann, meine ich damit nur das Gewöhnen von Naturbruten an den Pfleger, also elternaufgezogene Tiere, die durch entsprechende Beschäftigung mit dem Tier die Angst vor dem Pfleger verlieren und so weit Vertrauen fassen, dass sie sich von selbst annähern und dem Pfleger auf dem Kopf landen, sich auf dem Finger umhertragen lassen, etc. Nicht gemeint ist, dass man manche Papageienvögel, indem man sie als Küken oder gar noch im Ei den Elterntieren wegnimmt und von Hand aufzieht und so auf den Menschen fehlprägt. Dies ist für mich kein “zähmen”. Zudem führt diese Methode oftmals zu Problemen, z. B. weil diese Tiere sich häufig zu eng an einen Menschen anschließen und mit Störungen wie Federrupfen oder Schreien reagieren, wenn dieser Mensch nicht greifbar ist. Auch kommt es, je nach Art, bei geschlechtsreifen Tieren häufig zu Bissverletzungen, da keine natürliche Scheu vor dem Menschen besteht.

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