Vom Ei zum Springer

Springsittiche sind verhältnismäßig leicht zu züchten, da sie häufig brutlustig werden. Meist hat man eher das gegenteilige Problem, vor allem als Privathalter: Wie die brutigen Hennen vom Eierlegen abhalten? Zu diesem Thema komme ich später noch ausführlich, nun aber zunächst mal zur Zucht:

Will man gezielt eine Brutigkeit auslösen, empfielt es sich, bruthöhlenähnliche Gegenstände in die Voliere einzubringen, zum Beispiel Korkröhren.

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Foto: Springsittich-Henne erkundet die Korkröhre

So bekommen die Tiere ein bisschen “Lust”, ohne jedoch schon anfangen zu können. Während dieser Zeit werden sie mit den zur Brut notwendigen Vitalstoffen versorgt, dies ist für die Henne vor allem Kalzium. Außerdem werden sie an Weich- und Eifutter gewöhnt.

Wenn dann nach zwei oder drei Wochen der Nistkasten angeboten wird, wird er meist relativ schnell angenommen:

1703112Foto: Springsittich-Hahn an der Naturstamm-Nisthöhle

Man kann den Tieren mehrere verschiedene Modelle zur Auswahl geben, aber meistens ist das nicht unbedingt notwendig, sie akzeptieren jeden Kasten, den sie angeboten bekommen.

auf nistkastenFoto: Rechteckiger Nistkasten aus Holz

Hier sieht man, dass ich das Eingangsloch zunächst mit einem Stück Karton verschlossen hatte, in welches die Henne dann selbst ein Loch hineingenagt hat. Auch dies dient zum Stimulieren der Brutlust.

Meist dauert es nicht lange, und die ersten Eier sind da:

Erstes EiFoto: Springsittich-Ei

Nach zwei bis drei Tagen beginnt die Henne, fest zu brüten:

Henne in KastenFoto: Henne im Nistkasten

Der Hahn brütet nicht mit, er hält sich aber mehr oder weniger in der Nähe des Nistkastens auf und füttert die Henne gelegentlich.

Hahn auf KstenFoto: Springsittich-Hahn bewacht den Nistkasten

Normalerweise legt die Henne alle zwei Tage weitere Eier, bis das Gelege komplett ist. Springsittiche haben oft relativ große Gelege von 8 bis 10 oder sogar noch mehr Eiern.

Wenn die Eier befruchtet sind, schlüpfen nach ca. 21 Tagen die Küken:

KükenFoto: Springsittichküken sind mit einem feinen Flaum bedeckt

Springsittichhennen sind gute Mütter, wie man im folgenden Kurzvideo erkennen kann:

Unten sehen wir ein Springsittichküken noch im Ei, sozusagen beim Schlüpfen. Man ist in solchen Fällen immer versucht, Schlupfhilfe zu leisten. Ich bin jedoch der Meinung, dass man der Natur ihren Lauf lassen sollte. Die Küken, die sich alleine aus dem Ei befreit haben, sind in der Regel gesund stabiler als die, denen man geholfen hat. Und in den allermeisten Fällen ist die Hilfe auch gar nicht nötig. In diesem Fall habe ich das Ei wieder in den Kasten gelegt und wenige Stunden später war das Küken da und putzmunter.

Küken in Ei

Es ist interessant zu sehen, wie so ein kleines Küken im Ei zusammengelegt aussieht!

Nach einigen Tagen sieht es im Nistkasten dann recht schmutzig aus:

Nistkasten schmutzigIch nehme die Küken dann vorsichtig heraus und “parke” sie irgendwo zwischen. Dabei kann man auch kontrollieren, ob alles mit ihnen in Ordnung ist und sie nicht z. B. verklebte Zehen oder Schnäbelchen haben.

fünf Küken draußen

 Zu lange sollen die Küken nicht außerhalb des Kastens bleiben, damit sie nicht auskühlen. Ich habe sehr schnell das verdreckte Material aus der Nisthöhle herausgeräumt und mit frischem Buchenholzgranulat und Kleintierstreu wieder aufgefüllt. So hatten die Kleinen schnell wieder ein sauberes Bett!

Nistkasten sauberHier noch ein Kurzvideo, von den Küken außerhalb des Kastens:

Wenn man sich die Kröpfe der Jungen anschaut, sieht man, ob sie gut gefüttert werden:

voller Kropf1Im Foto oben sehen wir das volle Kröpfchen eines wenige Tage alten Springsittichkükens. Hier haben wir ein etwas älteres Vögelchen:

voller Kropf2Der volle Kropf ist rechts direkt an meinem Zeige- und Mittelfinger gut zu erkennen.

Auch an der Tatsache, dass die Küken wachsen und gedeihen, kann man sehr gut ablesen, dass sie offenbar ordentlich gefüttert werden. Springsittiche sind aber auch meist von Natur aus gute Eltern, die ihre Jungen in den allermeisten Fällen ohne Mühe problemlos großziehen.

Wer seine Springsittiche geschlossen beringen will, sollte dies im Alter von ca. 10 – 12 Tagen tun. Mit der Zeit bekommt man einen Blick dafür, wie die Füßchen aussehen sollten, damit die Ringe noch drübergehen aber nicht mehr von alleine abfallen.

Alien beringtFoto: Das Springsittichküken ist beringt

Auf dem obigen Foto sieht man auch, dass das Küken so langsam die Augen öffnet. Dies ist so mit ca. 14 – 18 Tagen der Fall. Das obige Küken wurde somit nicht an dem Tag beringt, an dem das Foto aufgenommen wurde, sondern bereits einige Tage zuvor.

174141Auch hier sehen wir ein Küken, bei dem die Augen allmählich offen sind.

Da die Eier im Abstand von zwei Tagen gelegt werden, schlüpfen die Jungen auch in diesem Abstand und sind daher unterschiedlich groß.

174142Foto: Fünf unterschiedlich große Springsittich-Küken

Zusammen mit dem Öffnen der Augen tauchen dann so langsam auch die ersten richtigen Federchen auf.

gelber SchwanzFoto: Die ersten Schwanzfedern sind da

So sieht man dann auch, welche Farben die Jungen haben werden. Auf dem Foto oben ist zu erkennen, dass das Küken gelbe Schwanzfedern bekommt.

Witzig ist bei dieser Brut, dass die Henne immer noch oben auf den schon recht großen Küken draufsitzt, als ob es noch was auszubrüten gäbe:

Henne brütet auf großen KükenWenn das jüngste Küken älter ist als zwei Wochen, hört die Henne erfahrungsgemäß damit auf, die Küken zu hudern und hält sich dann auch zunehmend wieder mehr außerhalb des Kastens auf.

Mit jedem Tag sieht man bei den Küken die Federn besser.

alle KükenFoto: Die Springsittichküken bekommen Federn

 

 

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