Größe, Form, Farbe

Größe

Man liest meist, dass es Wellensittiche in drei Größen gibt, den Hansibubi, der der Wildform am nächsten kommt und mit 18 cm der kleinste Wellensittich ist, der Standardwellensittich, der bis zu 26 cm groß werden kann, und dazwischen den Halbstandardwellensittich, der irgendwo in der Mitte zwischen den beiden erstgenannten liegen soll. Tatsächlich kommen Wellensittiche zwischen 16 und 26 cm in allen möglichen Größen vor, es ist schwierig zu sagen, wo der Hansibubi aufhört und der Halbstandard anfängt. Für Schauwellensittiche ist eine bestimmte Größe vorgeschrieben.

Vom Gewicht her liegt ein Hansibubi etwa bei 40 g, Standardwellensittiche können gut 60 g oder mehr auf die Waage bringen.

standardhahnFoto: Links Halbstandard-Henne, rechts Standard-Hahn mit der typischen Kopfform

Form

Ein weiterer Unterschied zwischen Hansibubis und Standardwellensittichen ist, dass Standardwellensittiche durch Zucht größere Köpfe mit einer vorgewölbten Stirn haben, so dass man von vorne die Augen der Vögel nicht erkennen kann. Sie haben meist auch eine steifere, aufrechtere Haltung und mehr Kehltupfen.

Hansibubi, Halbstandard oder Standardwellensittich?

Für welchen Wellensittich Sie sich entscheiden, ist Geschmacksache. Außer in den genannten Äußerlichkeiten unterscheiden sie sich auch darin, dass Standardwellensittiche meist ruhiger, gemütlicher und flugfauler sind. Die Hansibubis sind aufgeweckter, quirliger und neugieriger. Ausnahmen bestätigen auch hier die Regel!

Ich züchte normalerweise Hansibubis und Halbstandardwellensittiche. Mir ist das aufgeweckte, lustige Wesen wichtiger als ein “guter Schauvogel”, zumal ich mit meinen Wellensittichen sowieso keine Ausstellungen besuchen möchte. Allerdings habe ich in meinem Schwarm auch zwei Standardwellensittiche. Diese sind aber mit zwei Hansibubi- bzw. Halbstandard-Partnern liiert, so dass ich als Nachzuchten keine “echten” Standardwellensittiche mehr erwarten kann, sondern eben “nur” Halbstandards. So eine lustige Mischung schadet nicht. Da ich meine Wellensittiche ihre Partner selber aussuchen lasse, habe ich letztlich eh keinen Einfluss auf Farbe, Größe oder Form Lächelnd.

Es gehen die Meinungen auseinander darüber, welcher Wellensittich sich besser zähmen lässt. Manche meinen, die ruhige Art der Standardwellensittiche sei ein Vorteil. Ich hingegen finde, dass die Neugierde und Experimentierfreudigkeit der quirligen Hansibubis das gut ausgleicht. Letztlich ist entscheidend, wie intensiv und geduldig man sich mit den Vögeln beschäftigt.

Was die Lebenserwartung anbelangt, so liegen die Standardwellensittiche im Schnitt bei 6 – 8 Jahren, Hansibubis und Halbstandards werden im Schnitt so um die 10 Jahre und können in Ausnahmefällen bis 18 Jahre alt werden. Vögel, mit denen gezüchtet wurde, haben generell eine geringere Lebenserwartung.

Heutzutage sind jedoch auch die Hansibubis zum Teil schon überzüchtet, so dass ich anzweifeln möchte, ob diese Tiere immer noch eine wesentlich höhere Lebenserwartung haben als die Standardwellensittiche. Denn auch bei den Hansibubis wird inzwischen sehr stark auf Farbe gezüchtet, um Farbschläge, die in Mode sind, wie zur Zeit Rainbows, in möglichst großer Zahl zu erhalten.

Allerdings muss man hinzufügen, dass frühe Todesfälle nicht unbedingt genetisch bedingt, sondern vielmals auch auf Haltungsfehler (falsche Ernährung durch zu viele Backwaren und Zucker/Honig) zurückzuführen sind.

Farbe

Die Wildform der Wellensittiche ist grün. Mittlerweile gibt es alle möglichen Farbschläge.

Grundsätzlich gehört ein Wellensittich entweder der Grünreihe an (grüne und gelbe Vögel und Schecken mit diesen Farben, gelbes Gesicht) oder der Blaureihe (blaue und weiße Vögel oder entsprechende Schecken, weißes Gesicht). Bei der Blaureihe gibt es die Besonderheit “Gelbgesicht”. Das heißt, der blaue Vogel hat ein gelbes Gesicht und auch der Körper kann mehr oder weniger gelb überhaucht sein. Ist der Körper stark gelb überhaucht, sieht er optisch grün aus. Es handelt sich aber dennoch um einen Vogel der Blaureihe.

blauundgruenFoto: Links ein Vogel der Blaureihe (Gelbgesicht), rechts der Grünreihe

Die grüne Körperfarbe vererbt sich dominant, das heißt, ein reinerbig grüner Vogel wird bei einer Verpaarung mit einem Tier aus der Blaureihe nur grüne Nachkommen haben. Diese Nachkommen sind dann allerdings spalterbig in blau, das heißt, bei einer Verpaarung mit einem blauen Vogel oder mit einem anderen spalterbigen grünen Vogel kann es dann auch blaue Nachkommen geben. Bei einer Kreuzung zweier Vögel der Blaureihe entstehen somit nur Nachkommen, die auch der Blaureihe angehören.

Vögel mit umgekehrter Flügelzeichnung (schwarz gesäumt statt weiß gesäumt) wie bei meiner Mimi nennt man Spangle.

spangle

Beim oberen Vogel handelt es sich um einen Spangle, während der darunter normal gezeichnet ist.

Lieblingsfarbe?

Interessant fand ich die Umfrage, die ich vor einiger Zeit auf meiner Wellensittichseite durchgeführt habe. Hierbei hat sich, bei 100 Teilnehmern, folgendes Ergebnis gezeigt:

  • Die meisten Teilnehmer, nämlich 49%, finden alle Wellensittiche schön, egal welcher Farbe.
  • 24 % der Teilnehmer mögen am liebsten blaue Wellensittiche,
  • 11 % haben sich für gelbe Wellis entschieden,
  • nur 9% mögen die grüne Wildfarbe bei Wellensittichen,
  • und lediglich 7 % stehen auf weiße Wellensittiche.

Am meisten hat mich dabei überrascht, wie gut die blauen Wellensittiche im Gegensatz zu den anderen Farben abgeschnitten haben. Sie sind damit deutlich am beliebtesten, auch wenn die Umfrage mit 100 Teilnehmern jetzt nicht wirklich repräsentativ war. Vergleicht man Wellensittiche der Blaureihe (blau und weiß) mit denen der Grünreihe (grün und gelb), kommt man zu einem Unterschied von 31% zu 20 %.

Ich selber gehöre zu den 49%, die grundsätzlich mal alle Farbschläge schön finden.

Alter

Oft werde ich auch nach der Lebenserwartung eines Wellensittichs gefragt. Diese Frage ist schwierig zu beantworten, da es hier inzwischen große Unterschiede gibt. Auch heute noch gibt es Wellensittiche, die, wie früher, zehn Jahre oder noch älter werden. Dies ist aber nicht mehr die Regel. Realistisch kann man mit einer Lebenserwartung von fünf bis acht Jahren rechnen, wobei man auch immer wieder von Tieren hört, die nicht einmal dieses Alter erreichen. Leider sind Wellensittiche heutzutage überzüchtet und anfällig für allerlei Krankheiten. Am robustesten sind nach meiner Erfahrung die Wellis mit wenig ausgefallenen Farbschlägen, also normal grüne oder auch normal blaue. Wobei natürlich auch hier Ausnahmen die Regel bestätigen. Zudem darf man nicht alles auf die Tatsache der Überzüchtung schieben. Eine gesunde Haltung mit viel Freiflugmöglichkeiten und natürlicher Ernährung bringt viel!

nach oben