In freier Natur

Wildlebende Wellensittiche

Dass Wellensittiche aus Australien kommen, ist allgemein bekannt. Die dort lebende Wildform unserer Haustiere ist grün.

gruenerWellensittiche leben in trockenen und halbtrockenen Landschaften in der Nähe von Wasserstellen. Waldgebiete werden gemieden. Man findet sie aber in mit wenig Bäumen bewachsenem Gras- und Buschland, in offenen Salzbuschsteppen und auf Farmland. Sie leben in kleinen Gruppen bis riesigen Schwärmen zusammen.

415193_r_by_reinhard-grieger_pixelio.deFoto: Australien, copyright bei Reinhard Grieger/pixelio

Morgens besuchen sie die Wasserstelle und nehmen Wasser auf. Danach wird gefressen, die Futteraufnahme erfolgt meist auf dem Boden. Gefressen werden Gräser- und Kräutersamen, Blattteile und reifendes Getreide. Trocknen die Wasserstellen aus, ziehen die Schwärme weiter (nomadisierende Lebensweise). Bruten, selbst Jungvögel kurz vor dem Ausfliegen, werden zurückgelassen und sterben.

Brutzeit ist im Norden Australiens von Juni bis September, im Süden von August bis Januar. Bei starken Regenfälen erfolgen weitere Bruten außerhalb der genannten Zeiten. Die Eiablage erfolgt in Baumhöhlen und Baumstümpfen, Zaunpfählen und sogar in Erdhöhlen.

welliswilhelmaFoto: Wildfarbene Wellensittiche im Zoologisch-Botanischen Garten Wilhelma in Stuttgart

Durch die Anlage von Bewässerungsanlagen und Viehtränken für die Landwirtschaft haben sich die Lebensbedingungen der Wellensittiche verbessert. Dort, wo das ganze Jahr durch die Landwirtschaft Wasser vorhanden ist, bleiben die Wellensittiche, das heißt, sie geben ihre nomadisierende Lebensweise auf.

Wellensittiche stehen in Australien unter gesetzlichem Schutz, das heißt, es dürfen keine Wildfänge ausgeführt werden.

277210_r_k_by_miroslaw_pixelio.deFoto: Australien, copyright by Miroslaw/pixelio

Wellensittiche erobern die Welt

1840 gelangte der erste Wellensittich durch Gould nach Europa, genauer gesagt nach England. Nach Deutschland kamen die ersten Wellensittich 1855, zur Gräfin von Schwerin. Diese hat im selben Jahr noch Nachzuchten gezogen. Die Welterstzucht war jedoch bereits 1846 durch Saulnier in Frankreich erfolgt. Ihre Widerstandsfähigkeit, Anpassungsfähigkeit und die Tatsache, dass sie relativ leicht zu züchten sind, haben dafür gesorgt, dass sich die Wellensittiche über die ganze Welt verbreitet haben und heute die beliebtesten Stubenvögel sind.

(Die Informationen stammen zum Großteil aus dem Buch Papageienkunde von Lantermann, Parey-Verlag)

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