Warum Wellis?

Warum eigentlich Wellensittiche?

In der heutigen Zeit geht es oft nach dem Motto: Größer, schriller, bunter. Jeder möchte gerne etwas exklusives, ausgefallenes haben. Wer Überlegungen startet, welches Haustier er sich anschaffen soll, sucht etwas möglichst exotisches, was nicht grad jeder hat. Und so suchen Vogelliebhaber oft erst mal das Web ab, welche Vogelarten für sie in Frage kommen, als gleich auf die altbekannten Wellensittiche zurückzugreifen.

Aber man kann noch so lange suchen, Wellensittiche gehören schon zu den am besten auch in Wohnungen zu haltenden Papageienvögeln!

img_1701Foto: Wellensittiche lassen sich recht leicht zähmen

Ok, sie können schon auch mal Lärm machen und brabbeln den ganzen Tag vor sich hin, aber im Vergleich zu so manchen anderen Sittichen oder Papageien sind sie doch verhältnismäßig leise.

Und, ja, sie machen Dreck. Aber ihre kleinen Häufchen sind schnell angetrocknet und leicht wegzumachen. Man betrachte nur mal die Kleckse der kaum größeren Katharinasittiche, ganz zu schweigen der größeren Sittiche oder Papageien!

Futterhülsen und Federn sind schnell mit dem Staubsauger entfernt.

Wellensittiche sind so gut wie geruchlos, im Gegensatz z.B. zu Wachteln und Hühnervögeln.

Bisse sind zwar auch von Wellensittichen schmerzhaft, bei größeren Sittichen oder Papageien ist die Verletzungsgefahr jedoch erheblich größer.

Zudem produzieren Wellensittiche kaum Gefiederstaub, was bei größeren Sittichen und Papageien manchmal zu Atemwegsproblemen bei uns Menschen führt (besonders krass: Nymphensittiche, Kakadus, Graupapageien).

Auch kommen sie ganz gut mit der bei uns meist herrschenden niedrigen Luftfeuchtigkeit klar, wenn andere Papageienvögel bereits einen Luftbefeuchter benötigen.

Wellensittiche nagen zwar gerne, diesen Nagetrieb kann man aber auch durch Äste (z.B. Haselnuss), Korkspielzeug, Karotten etc. befriedigen, während andere Sitticharten z.T. in Vollmetallvolieren untergebracht werden müssen und größere Papageien mit ihren Schnäbeln schnell größere Schäden verursachen können. Das Holz von Möbeln, Bücher, etc. können aber zugegebenermaßen durchaus in Mitleidenschaft gezogen werden, und wenn sie in Holzvolieren untergebracht sind, muss man von Zeit zu Zeit Renovierungsarbeiten durchführen… Sie haben also, wenn auch in geringem Maße, durchaus einen Hang zum Zerstörerischen, schon daher, weil sie neugierig sind und alles mit dem Schnabel prüfen! Wer Wert auf nicht nagende Sittiche legt, sollte sich daher bei den Bourkesittichen oder den Katharinasittichen umsehen!

Durch ihre geringe Größe lassen sie sich leicht zu mehreren halten (was bei Sittichen und Papageien Pflicht ist!) und man kann ihnen auch in kleinen Wohnungen doch noch einen schönen Flugraum bieten!

Die Geschlechter lassen sich einfach optisch unterscheiden, während bei anderen Sittichen und Papageien zum Teil DNA-Analysen erforderlich sind.

Wellensittiche lassen sich auch meist problemlos vergesellschaften bzw. verpaaren, was bei manchen anderen Sittichen oder Papageien Schwierigkeiten mit sich bringen kann.

Auch sonst sind die Haltungsanforderungen nicht zu hoch. Man kann ihnen in einer ganz normalen Mietwohnung bieten, was sie für ein artgerechtes Leben benötigen, ohne dass man sich in erhebliche Unkosten stürzen muss (wobei eine eventuell anfallende Tierarztrechnung, wie bei allen Tieren, nicht unterschätzt werden darf!). Die Versorgung kann auch ohne weiteres von Kindern übernommen werden, wenn die Eltern das im Auge behalten.

Sie sind neugierig und munter, dadurch interessant zu beobachten und werden  normalerweise schnell zahm, im Gegensatz zu manch anderen Sittichen und Papageien. Sie sind intelligent, haben ein gewisses Nachahmungstalent (auch im Schwarm!) und man kann wirklich viel mit ihnen anfangen (z.B. Clickertraining).

akroFoto: Wellensittiche sind kleine Clowns!

Einen guten Wellensittichzüchter finden Sie bestimmt auch bei sich in der Gegend, und oft genug sind Abgabewellis in den Tierheimen zu finden. Durch die große Farbvielfalt, die es gibt, kommt eigentlich auch vom Aussehen her jeder auf seine Kosten.

Und wem die Wellis doch zu laut, zu wild oder zu zerstörerisch sind, der soll sich wie gesagt einfach mal über Bourkesittiche oder Katharinasittiche informieren!

 

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